04 February 2026, 18:37

Köln plant Doppelschlag gegen Drogenprobleme an Brennpunkten mit Null-Toleranz und Hilfsangeboten

Ein Plakat, das die elektrische Stadt Bergbahn, Deutschland, bewirbt, zeigt Bilder von Gebäuden, Bäumen, Hügeln und beschreibenden Text.

Köln plant Doppelschlag gegen Drogenprobleme an Brennpunkten mit Null-Toleranz und Hilfsangeboten

Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hat Pläne für eine stadtweite Initiative zur Bekämpfung öffentlicher Drogenprobleme an bekannten Brennpunkten vorgestellt. Die Strategie umfasst strengere Kontrollen im öffentlichen Raum sowie neue Hilfsangebote für Abhängige. Burmester steht zudem in Abstimmung mit anderen Großstadt-Oberbürgermeister:innen, um die Maßnahmen abzustimmen.

Die Initiative verbindet eine Null-Toleranz-Politik gegenüber öffentlichem Drogenkonsum mit einem Ausbau der Suchthilfe. Burmester will Polizei- und Ordnungsamtpräsenz verstärken, um den offenen Konsum und Handel einzudämmen. Gleichzeitig plädiert er für den kontrollierten Kleinhandel von Drogen in speziellen Suchthilfezentren – mit dem Argument, dass das aktuelle Verbot Beschaffungskriminalität begünstige.

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In der Nähe des Kölner Neumarkts, einem bekannten Drogenbrennpunkt, ist ein neues Beratungszentrum geplant. Der Oberbürgermeister ist überzeugt, dass diese Doppestrategie – härteres Durchgreifen im öffentlichen Raum kombiniert mit Schadensminimierung – die sichtbare Drogenkriminalität und damit verbundene Straftaten reduzieren wird.

Burmester hat die Pläne bereits mit Amtskolleg:innen wie Stephan Keller (CDU) aus Düsseldorf erörtert. Die Initiative reiht sich in einen bundesweiten Trend ein: Bis Anfang 2026 werden sechs deutsche Großstädte – Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Düsseldorf – ähnliche Programme eingeführt oder debattiert haben. Diese orientieren sich an bewährten Modellen der Schadensbegrenzung, wie sie bereits in der Schweiz und Kanada Anwendung finden.

Alle beteiligten Städte stehen vor ähnlichen Herausforderungen, insbesondere bei Crack-Abhängigkeit, wo Konsument:innen oft alle 30 Minuten nachlegen müssen. Das gemeinsame Ziel lautet, den Drogenkonsum von der Straße in kontrollierte Einrichtungen zu verlagern.

Kölns Vorstoß markiert einen Kurswechsel hin zu regulierter Drogenabgabe in Beratungsstellen, bei gleichzeitig konsequenter Ordnungspolitik im öffentlichen Raum. Bei Umsetzung würde der Plan zu einer wachsenden Zahl deutscher Städte gehören, die auf Schadensminimierung setzen. Der Erfolg hängt jedoch von der Zusammenarbeit zwischen Strafverfolgungsbehörden und Suchthilfeeinrichtungen ab.