Kölner Karneval setzt trotz Tierschutz-Kritik auf Pferde im Rosenmontagszug
Tim BöhmPferde beim Rosenmontagszug in Köln? Für und Wider - Kölner Karneval setzt trotz Tierschutz-Kritik auf Pferde im Rosenmontagszug
Kölner Karnevalsumzug: Trotz Forderungen nach Verbot wieder Pferde dabei
In diesem Jahr werden beim Kölner Karnevalsumzug erneut Pferde mitlaufen – trotz wachsender Rufe nach einem Verbot. Rund 230 Tiere sollen am Rosenmontagszug teilnehmen und damit eine lange Tradition fortführen. Tierschutzorganisationen und Teile der lokalen Politik warnen jedoch, dass die Praxis sowohl für die Pferde als auch für die Zuschauer ein Risiko darstellt.
Jährlich ziehen die Tiere gemeinsam mit Wagen, Kapellen und Garden durch Kölns berühmten Karnevalsumzug. Das Festkomitee setzt zwar eigene Regeln durch, um den Stress für die Tiere zu verringern, doch diese Richtlinien haben keine rechtliche Bindung.
Städte wie das benachbarte Bonn haben Pferde bereits komplett aus ihren Umzügen verbannt. Tierschutzverbände wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund fordern ein ähnliches Vorgehen für Köln. Sie argumentieren, dass Lärm, lange Strecken und das hektische Umfeld die Tiere stark belasten. Zudem bergen Unfälle mit Pferden Gefahren für die Zuschauer.
Der Stadtrat diskutierte zwar bereits über ein generelles Verbot, fand jedoch nicht genug politische Unterstützung. Vorerst bleibt die Kölner Tradition also bestehen – die Debatte darüber aber ebenfalls.
Da es kein gesetzliches Verbot gibt, werden die Pferde auch in diesem Jahr unter den bestehenden Richtlinien am Zug teilnehmen. Die Vorschriften des Festkomitees zielen zwar auf den Schutz der Tiere ab, doch Kritiker halten sie für unzureichend. Die Diskussion über Sicherheit und Tierschutz wird den Karneval wohl auch über diese Session hinaus begleiten.
