Kontrollierte Sprengung lässt 280-Meter-Schornstein des Gersteinwerks in Werne stürzen
Jakob BauerExplosion einer 280-Meter hohen Schornsteinanlage einer Kraftwerksanlage - Kontrollierte Sprengung lässt 280-Meter-Schornstein des Gersteinwerks in Werne stürzen
Heute wird der 280 Meter hohe Schornstein des ehemaligen Kraftwerks Gersteinwerk in Werne durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Die für 11:00 Uhr geplante Detonation markiert einen wichtigen Schritt beim Rückbau des Standorts, dessen Kohleblock 2019 stillgelegt wurde. Fachleute der DMT GROUP leiten die Aktion und setzen dabei 140 Kilogramm Dynamit ein, um die gewaltige Konstruktion zu Fall zu bringen.
Das Kraftwerk Gersteinwerk erzeugt seit 1917 Strom – zunächst mit Kohle aus nahegelegenen Zechen, später mit Erdgas. Nach der Abschaltung des Kohlekraftwerks 2019 begannen 2023 die Abrissarbeiten, die voraussichtlich bis Ende 2024 abgeschlossen sein werden.
Aus Sicherheitsgründen wird eine 400 Meter große Sperrzone um den Schornstein eingerichtet. Spezielle Stahl-Kipplager lenken den Fall in die geplante Richtung. Die Sprengung schafft Platz für ein von RWE geplantes wasserstofffähiges Gaskraftwerk mit einer möglichen Leistung von rund 800 Megawatt. Zwar schreiten die Planungen voran, eine finale Investitionsentscheidung steht jedoch noch aus. Der Wandel des Standorts spiegelt den größeren Umbruch in Deutschlands Energiewirtschaft wider, wo veraltete Kohleinfrastruktur zunehmend durch sauberere Alternativen ersetzt wird.
Mit dem Abriss verschwindet eines der letzten sichtbaren Relikte der Kohleära der Anlage. Sollte das neue Gaskraftwerk genehmigt werden, könnte es künftig eine Rolle in der regionalen Energieversorgung spielen. Fürs Erste bleibt die Sprengung jedoch ein präzise geplanter Schritt bei der Neunutzung des historischen Geländes.
