Krebs bleibt häufigste Todesursache in NRW – doch es gibt Hoffnung auf Besserung
Johanna AlbrechtFast jeder Vierte stirbt an Krebs - Krebs bleibt häufigste Todesursache in NRW – doch es gibt Hoffnung auf Besserung
Krebs bleibt in Nordrhein-Westfalen eine der häufigsten Todesursachen und ist für etwa jedes vierte Sterbefall verantwortlich. Neue Zahlen aus dem Jahr 2024 zeigen einen allmählichen Rückgang der Sterblichkeitsrate im vergangenen Jahrzehnt, doch bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen Industriegebieten und wohlhabenderen Regionen.
Im Jahr 2024 starben im Land über 51.000 Menschen an Krebs. Die allgemeine Sterblichkeitsrate sank auf 284 Todesfälle pro 100.000 Einwohner – ein Rückgang gegenüber 293 im Jahr 2015. Das durchschnittliche Sterbealter von Krebspatienten lag bei 75,3 Jahren, fast vier Jahre niedriger als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung mit 79,4 Jahren.
Krebserkrankungen des Verdauungssystems waren die häufigste Todesursache und machten 30 % der männlichen und 27,2 % der weiblichen Sterbefälle aus. An zweiter Stelle folgten Atemwegserkrankungen, während Brustkrebs 16,5 % der Todesfälle bei Frauen ausmachte. Bei Männern waren bösartige Tumore der Geschlechtsorgane die dritthäufigste Ursache und verantworteten 12 % der Fälle.
Regionale Unterschiede bestanden weiterhin, verringerten sich jedoch im Laufe des Jahrzehnts um etwa 15 %. In Industriestädten wie Gelsenkirchen und Duisburg sank die Rate von etwa 250 auf 220 Todesfälle pro 100.000 Einwohner – immer noch höher als in wohlhabenderen Städten wie Bonn und Münster, wo die Zahlen von 180 auf 160 zurückgingen. 2024 verzeichnete Bonn die niedrigste Rate (218 pro 100.000), während Herne mit 345 pro 100.000 die höchste aufwies.
Die Daten des Robert Koch-Instituts zeigen einen stetigen Rückgang der Krebstodesfälle in Nordrhein-Westfalen. Zwar konnten die regionalen Unterschiede verringert werden, doch bleiben die Sterblichkeitsraten in Industriegebieten weiterhin erhöht. Verdauungs- und Atemwegstumore bleiben die häufigsten Krebsarten und prägen damit die gesundheitspolitischen Prioritäten des Landes.
