15 December 2025, 00:28

Leere Ränge und eine bittere Derby-Niederlage: Kölns Fans boykottieren Leverkusen-Spiel

Ein Fußballspiel im Gange mit sechs Spielern auf dem Feld, drei Fußballen sichtbar, zahlreichen Zuschauern in Regenmänteln mit Schirmen und mehreren Kameraleuten, die das Ereignis aufnehmen.

Leere Ränge und eine bittere Derby-Niederlage: Kölns Fans boykottieren Leverkusen-Spiel

Kölner Derby-Tag zum Vergessen

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Marvin Schwäbe schüttelte den Kopf. Unruhen beim 1. FC Köln nach einem Derby-Tag zum Vergessen? „Nein!“ betonte der Torhüter entschlossen – fünf Bundesliga-Spiele in Folge ohne Sieg bereiten dem Kapitän noch keine Sorgen. Stattdessen machte sich Schwäbe mehr Gedanken über die Situation einiger Kölner Fans, die aufgrund eines Boykotts bei der verdienten 0:2-Niederlage (0:0) bei Bayer 04 Leverkusen auffällig abwesend waren.

Das Bundesliga-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen fand am vergangenen Wochenende unter ungewöhnlichen Umständen statt. Ein großer Teil der Kölner Fangemeinde boykottierte die Partie, sodass ganze Blöcke im Stadion leer blieben. Die Abwesenheit der Anhänger folgte auf Bedenken wegen verschärfter Sicherheitsmaßnahmen und der Angst vor antisemitischen Vorfällen im Zusammenhang mit dem anhaltenden Nahostkonflikt.

Auch die Ultras von Bayer 04 Leverkusen verließen aus Solidarität das Stadion, was der lokalen Begegnung eine gedämpfte Atmosphäre verlieh.

Rund 500 aktive Kölner Fans verzichteten bewusst auf den Besuch des Spiels und nannten übermäßig aufdringliche Polizeikontrollen als Hauptgrund. Der Boykott erfolgte vor dem Hintergrund allgemeiner Spannungen; Vereinsvertreter räumten ein, dass der Nahostkonflikt Auswirkungen auf die Sicherheit an Spieltagen habe. Trotz aller Vorkehrungen blieb der Gästeblock auffällig still – die sonst typische Derby-Hitze fehlte.

Auf dem Platz kämpfte der FC Köln vergeblich gegen die anhaltende Sieglosigkeit, die nun bereits fünf Ligaspiele andauert. Ein spektakuläres „Skorpion-Kick“-Tor von Martin Terrier besiegelte Bayer 04 Leverkusens Führung und damit eine weitere Enttäuschung für die Hausherren. Torwart Marvin Schwäbe zeigte sich jedoch unbeeindruckt und betonte, das Selbstvertrauen der Mannschaft sei ungebrochen.

Nach dem Spiel äußerten sowohl Sportdirektor Thomas Kessler als auch Trainer Lukas Kwasniok ihr Bedauern über die fehlende Fanunterstützung. Die leeren Ränge hätten die Moral der Spieler belastet, hieß es – eine direkte Schuldzuweisung an den Boykott unterblieb jedoch.

Mit nur fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wird 1. FC Kölns Puffer immer dünner. Nun richtet sich der Fokus auf das letzte Spiel des Jahres: das Auswärtsduell gegen Union Berlin am kommenden Samstag. Ein Sieg dort würde die Position im Mittelfeld vor der Winterpause festigen.

Der Boykott unterstrich die wachsenden Spannungen zwischen Fangruppen und Sicherheitsvorgaben im deutschen Fußball. Während der 1. FC Köln auf dem Platz weiter um Punkte kämpft, wächst vor dem letzten Spiel 2023 der Druck. Der Verein braucht dringend sowohl sportliche Erfolge als auch die Rückkehr der geschlossenen Fanszene, um im neuen Jahr Stabilität in die Saison zu bringen.