Machtkampf bei Malta Air: Betriebsratswahl in Köln blockiert
Streit um Betriebsratswahlen am Malteser-Standort Köln eskaliert
Die Auseinandersetzungen um die Wahl eines Betriebsrats am Kölner Standort von Malta Air haben sich zugespitzt, nachdem die Fluggesellschaft die Herausgabe von Mitarbeiterlisten verweigert hat. Die Unterlagen werden benötigt, um das Wahlrecht und die Kandidateneignung zu überprüfen. Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Unternehmen vor, den Prozess gezielt zu blockieren.
Die Beschäftigten am Kölner Standort kämpfen seit über zweieinhalb Jahren für die Einrichtung eines Betriebsrats. Malta Air, eine Tochtergesellschaft von Ryanair, hat ihre Bemühungen wiederholt behindert. Erst kürzlich drohte die Airline Mitgliedern des Wahlvorstands mit Schadensersatzklagen.
Das Arbeitsgericht Köln erließ eine einstweilige Verfügung, die Malta Air von der Pflicht entbindet, die erforderlichen Dokumente vorzulegen. Verdi sieht darin ein Muster systematischer Obstruktion an Ryanair-Standorten. Die Gewerkschaft fordert eine Reform des Betriebsverfassungsgesetzes, um solche Verzögerungstaktiken künftig zu verhindern.
Trotz des Rückschlags bleibt Verdi vor der Hauptverhandlung im September zuversichtlich. Die Gewerkschaft betont, dass die Weigerung von Malta Air, mit dem Wahlvorstand zusammenzuarbeiten, gegen die Rechte der Beschäftigten verstoße. Eine endgültige Entscheidung des Gerichts könnte darüber entscheiden, ob die Wahlen wie geplant stattfinden.
Durch die einstweilige Verfügung ist das Wahlverfahren vorerst blockiert. Sollte das Gericht im September die Ausnahmebestimmung bestätigen, könnten sich weitere Verzögerungen bei der Betriebsratsgründung ergeben. Verdi setzt sich weiterhin für gesetzliche Änderungen ein, um ähnliche Konflikte in Zukunft zu vermeiden.
