"Mainz bleibt Mainz" setzt 2024 auf Generationswechsel und scharfe Satire
Tim Böhm"Mainz bleibt Mainz" setzt 2024 auf Generationswechsel und scharfe Satire
Die 71. Ausgabe von "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht" verspricht frischen Schwung für die traditionsreiche TV-Faschingssendung. In diesem Jahr trifft etablierte Prominenz auf neue Gesichter – ein mutiger Schritt, der die bewährte Formel aufbricht. Die Veranstalter kündigen eine lebendige Mischung aus Satire, Musik und historischen Premieren an.
Die letzte Ausgabe litt unter technischen Pannen und enttäuschenden Quoten, was viele an der Zukunft der Show zweifeln ließ. Nun setzt der ZDF auf einen Generationswechsel, ohne dabei die Wurzeln zu verraten.
Chrissy Grom schreibt Geschichte: Als erste Frau überhaupt übernimmt sie in den 71 Jahren der Sendung das Amt der Protokollführerin. Mit ihrem scharfen Witz wird sie zudem eine karnevalistische Jahresrückschau präsentieren – mit politischer Satire über peinliche Patzer und fragwürdige Personalentscheidungen. Ihr Auftritt knüpft an die schonungslose Abrechnung des Vorjahres an, die niemand verschonte.
An ihrer Seite stehen vier politische Stimmen: Florian Sitte als Till und Johannes Bersch als Moguntia. Sie ergänzen ein Programm, das Erfahrung mit neuem Talent verbindet. Andreas Schmitt, trotz seiner Kandidatur zum Bürgermeister in Nieder-Olm, kehrt als Sitzungspräsident zurück und beschließt die Show als Obermessdiener.
Der Abend feiert Jubiläen, darunter das 25-jährige Bühnenjubiläum von Ernst Lustig Jürgen Wiesmann und den 100. Geburtstag der Mainzer Hofsänger. Gleichzeitig verabschiedet sich mit Hobbes Hansi Greb eine prägende Figur der Faschingsbühne. Die Musik bleibt weitgehend männlich dominiert – mit Auftritten von Oliver Mager, DobbelBock, Marvin Hollederer und Thomas Neger. Doch junge Acts wie Handkäse sorgen mit temporeichen Nummern für frischen Wind.
Der Ansatz des ZDF spiegelt den größeren Trend wider, die Sendung zu modernisieren. Während die Legenden der Vergangenheit gewürdigt werden, setzt der Sender bewusst auf mehr Frauen und jüngere Künstler, um die Tradition für neue Zielgruppen attraktiv zu halten.
Die 71. Ausgabe von "Mainz bleibt Mainz" will nach den Rückschlägen des Vorjahres wieder an Fahrt gewinnen. Mit Premieren, Jubiläen und politischer Satire sucht die Show den Spagat zwischen Bewährtem und Neuem – und wird zeigen müssen, ob Tradition und Innovation auf einer der ikonischsten Karnevalsbühnen Deutschlands koexistieren können.
