Menden enthüllt Mahnmal für ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit
Neues Mahnmal in Menden ehrt ermordete Sinti und Roma der NS-Zeit
Die offizielle Einweihung des Denkmals findet am Montag, dem 9. März 2026, statt und bereichert damit die Erinnerungskultur der Stadt um ein bedeutendes Zeichen. Der Termin fällt mit dem 83. Jahrestag der Deportation von mindestens 18 Sinti aus Menden nach Auschwitz-Birkenau im Jahr 1943 zusammen.
Die Feierlichkeiten beginnen um 17:00 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.-Vinzenz-Kirche. Pastor Jürgen Senkbeil wird die Veranstaltung leiten, begleitet von Schülerinnen und Schülern der Initiative augen auf! sowie Viertklässlern der Anne-Frank-Grundschule. Im Anschluss versammeln sich die Teilnehmer auf dem Kirchplatz zur feierlichen Enthüllung des Mahnmals.
Bürgermeisterin Manuela Schmidt wird die Veranstaltung eröffnen, die Gäste begrüßen und die Bedeutung des Denkmals für die Bewahrung der lokalen Geschichte betonen. Als Ehrengast wird Dr. Bernd Schulte, Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens, anwesend sein. Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, wird in seiner Rede an die Verfolgung von 500.000 Sinti und Roma unter dem NS-Regime erinnern.
Das Mahnmal entstand auf Initiative einer Bürgerpetition und wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen entwickelt. Es gedacht mindestens 46 Sinti aus Menden, die in Auschwitz-Birkenau ermordet wurden – darunter viele Mütter und 23 kleine Kinder. Sechs dieser Kinder fielen dem berüchtigten Lagerarzt Josef Mengele zum Opfer. Der 9. März soll künftig als jährlicher Gedenktag an diese Verbrechen dienen.
Das Denkmal steht als dauerhafte Erinnerung an die Opfer der NS-Verfolgung in Menden. Künftige Generationen werden sich hier jedes Jahr am 9. März versammeln, um über die Geschichte der Stadt nachzudenken. Das Projekt stellt sicher, dass die Schicksale der Ermordeten – darunter der 46 Sinti aus Menden – im öffentlichen Bewusstsein lebendig bleiben.
