"Miss Germany"-Finalistinnen wehren sich gegen Rassismus: "Wir sind deutsch!"

Johanna Albrecht
Johanna Albrecht
2 Min.
Drei Frauen in verschiedenen farbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Flaggen, Bäumen und Wolken im Hintergrund.Johanna Albrecht

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany"-Finalistinnen wehren sich gegen Rassismus: "Wir sind deutsch!"

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue "Miss Germany" – nach einem Wettbewerb, der für Debatten sorgt

Zwei der neun Finalistinnen, Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid, sahen sich mit Kritik konfrontiert, sie seien "nicht deutsch genug". Beide Frauen, die ein Kopftuch tragen, haben darauf mit einer klaren Bekräftigung ihrer deutschen Identität reagiert.

Die Wahl hat sich längst von klassischen Schönheitsidealen verabschiedet und setzt stattdessen auf die Förderung von Führungsqualitäten und Unternehmergeist. Die Veranstalter suchen nicht mehr nach dem perfekten Pageant-Lächeln, sondern nach zukünftigen DAX-Vorständinnen oder erfolgreichen Gründerinnen.

Büşra Sayed und Amina Ben Bouzid treten in unterschiedlichen Kategorien an – Sayed als "Female Founder", Ben Bouzid als "Female Leader". Seit ihrer Nominierung als Finalistinnen berichten beide von einer Zunahme rassistischer Kommentare und Zweifeln daran, ob sie "deutsche Frauen" repräsentieren könnten. Sayed fragte öffentlich, ob Deutschsein an einer bestimmten Frisur festgemacht werde, während Ben Bouzid betonte: "Wir sind deutsch!"

Für Ben Bouzid ist ihre Teilnahme eine Ehre und eine Chance, Mädchen zu inspirieren, die sich in ihr wiedererkennen. Unter den neun Finalistinnen finden sich eine Biologin und eine Pressesprecherin der Bundeswehr. Fünf von ihnen engagieren sich in den Bereichen Nachhaltigkeit oder soziale Vielfalt – etwa Sayed mit ihrer Mode-Marke für kopftuchtragende Frauen oder Ben Bouzid durch ihre Unterstützung von frauengeführten Unternehmen.

Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und nutzt KI, um die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland voranzubringen. Die diesjährige Auswahl unterstreicht einmal mehr, dass berufliche Erfolge heute stärker zählen als klassische Pageant-Werte.

Das Finale der "Miss Germany" steht ganz im Zeichen von Führung und Innovation. Sayed und Ben Bouzid bleiben entschlossen, ihr modernes Verständnis deutscher Identität zu vertreten. Mit dem Fokus auf Unternehmergeist deutet sich an, dass der Wettbewerb seine Erfolgsdefinition dauerhaft neu ausrichtet.

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