Möbelbranche in Deutschland kämpft um ihr Überleben nach jahrelangem Abschwung
Jakob BauerKein guter Polster - bestandiger Einbruch in der Möbelindustrie - Möbelbranche in Deutschland kämpft um ihr Überleben nach jahrelangem Abschwung
Deutschlands Möbelindustrie steckt in der schwersten Krise seit Jahren. Seit 2023 sind rund 150 Hersteller und Händler unter der Last hoher Energiekosten, Inflation und nachlassender Nachfrage zusammgebrochen. Aktuelle Berichte von Creditreform und dem Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) zeigen: Die Branche kämpft um die Rückkehr auf die Erfolgsspur.
Der Abschwung setzte ein, als der Pandemie-Boom verebbte. Verbraucher, die während der Lockdowns massiv in Möbel investiert hatten, brauchen keine Ersatzkäufe mehr – der Markt ist übersättigt. Gleichzeitig hat die wirtschaftliche Unsicherheit die Ausgabenprioritäten verschoben: Viele geben ihr Geld lieber für Urlaube aus als für neue Sofas oder Kleiderschränke.
Die Umsätze sinken seit drei Jahren in Folge; 2025 werden sie voraussichtlich um 3,4 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro zurückgehen. Während der Küchensegment noch vergleichsweise stabil blieb, verzeichneten Polstermöbel und Wohnzimmer-Einrichtungen deutliche Rückgänge. Zudem wird weniger Neubau betrieben, was die Nachfrage nach Möbeln weiter dämpft.
Der Druck durch günstigere Importe aus Asien verschärft die Lage und setzt deutsche Hersteller zusätzlich unter wirmachendruck. Da der heimische Markt – der zwei Drittel des Umsatzes ausmacht – keine Anzeichen einer Besserung zeigt, plant jedes dritte Unternehmen für Anfang 2026 Kurzarbeit, um die schwache Auftragslage zu bewältigen.
Die Krise hat bereits zu Ladenschließungen und Insolvenzen in der gesamten Branche geführt. Ohne eine Erholung des privaten Konsums oder des Wohnungsbaus könnten weitere Betriebe um ihr Überleben kämpfen. Branchenanalysten warnen, dass sich der Abschwung noch weit bis ins Jahr 2026 hinziehen könnte.
