Mönchengladbachs Militärstandorte erhalten neue Bestimmung – zwischen Bundeswehr und Kritik an verpassten Chancen
Jakob BauerMönchengladbachs Militärstandorte erhalten neue Bestimmung – zwischen Bundeswehr und Kritik an verpassten Chancen
Die Zukunft zweier wichtiger Militärstandorte in Mönchengladbach ist entschieden – mit Fortschritten, aber auch Kontroversen. Das ehemalige Joint Headquarters (JHQ) wird zu einer neuen Bundeswehr-Liegenschaft, während auf dem Gelände der Niederrheinkaserne ein nachhaltiges Busdepot und eine Abschiebeunterkunft entstehen sollen. Lokale Politiker kritisieren, dass wirtschaftliche Chancen vertan wurden.
Die Verhandlungen über das JHQ-Gelände zwischen der Stadt Mönchengladbach, dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Bundesverteidigungsministerium sind abgeschlossen. Die Grundstücksverkäufe stehen kurz vor dem Abschluss, und die Planungs- und Bauverfahren sollen bis Ende 2025 finalisiert werden. Die Stadt hatte sich eigentlich eine gewerbliche Nutzung erhofft, um Arbeitsplätze und Wachstum zu fördern.
Die SPD-Fraktion übt scharfe Kritik an der Entscheidung des Landes und warnt vor negativen Folgen für die Mönchengladbacher Wirtschaft. Sie fordert eine dringende Überprüfung. Der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner hingegen pocht darauf, dass auf dem Gelände weiterhin kommunale Gewerbeflächen entstehen müssten. Er verlangt eine Neubewertung der bundes- und landeseigenen Nutzungen, um Platz für wirtschaftliche Erweiterungen zu schaffen.
In der Niederrheinkaserne wird das ehemalige Kasernengelände zwischen zwei neuen Projekten aufgeteilt: Der lokale Versorger NEW errichtet dort ein nachhaltiges Busdepot für die voll-elektrischen Fahrzeugflotten von Mönchengladbach und Viersen. Zudem baut das Land eine Unterkunft mit 140 Plätzen für Menschen, die abgeschoben werden sollen. Während die Stadtführung das Busdepot als Schritt hin zu einer grüneren Verkehrspolitik begrüßt, bedauert sie den Verlust potenzieller Gewerbeflächen.
Der Ausbau der Bundeswehr auf dem JHQ-Gelände nimmt Gestalt an, doch die Entscheidung blockiert weitere gewerbliche Entwicklungen. Die Niederrheinkaserne wird künftig sowohl ein umweltfreundliches Verkehrsprojekt als auch eine Abschiebeeinrichtung beherbergen. Mit dem fast abgeschlossenen Grundstücksverkauf rückt für die Stadt nun die Herausforderung in den Vordergrund, wirtschaftliche Interessen mit den Landesplänen in Einklang zu bringen.
