Neuer Masterplan für den Ohligs-Tunnel: Sicherheit, Licht und soziale Verantwortung im Fokus
Nico MeyerNeuer Masterplan für den Ohligs-Tunnel: Sicherheit, Licht und soziale Verantwortung im Fokus
Die Debatte um den Ohligs-Tunnel in Solingen zieht sich seit Jahren hin, wobei Sicherheitsbedenken und hohe Sanierungskosten im Mittelpunkt stehen. Seit 2020 haben Sperrungen und die wachsende Obdachlosigkeit in der Umgebung das Thema immer wieder in die lokalen Schlagzeilen gebracht. Nun hat der Bundesverband Bürgerinitiativen (BfS) einen detaillierten Plan vorgelegt, der sowohl kurzfristige Lösungen als auch langfristige Perspektiven aufzeigt.
Die Vorschläge zielen darauf ab, Sauberkeit, Licht, Sicherheit und soziale Unterstützung in Einklang zu bringen – bei gleichzeitiger Berücksichtigung möglicher struktureller Veränderungen in der Zukunft.
Erstmals wurde der Tunnel 2020 wegen Sicherheitsrisiken gesperrt, was in der Bevölkerung auf Besorgnis stieß. Zwischen 2021 und 2026 entbrannten Diskussionen über die geschätzten Sanierungskosten von 100 bis 150 Millionen Euro, mögliche Verkehrschaos-Szenarien und die Frage, ob eine Umgehungsstraße die bessere Alternative wäre. Provisorische Maßnahmen der Stadt Solingen und des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglichten 2022 und 2023 eine teilweise Wiedereröffnung, doch eine vollständige Modernisierung steht weiterhin aus. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2024 und laufende Finanzierungsgespräche haben bisher zu keiner endgültigen Entscheidung geführt.
Der BfS schlägt nun eine dreistufige Strategie vor. Kurzfristig fordert der Verband eine gründliche Grundreinigung des Tunnels, häufigere Wartungsarbeiten sowie zügige Reparaturen defekter Beleuchtung und struktureller Mängel. Gleichzeitig betont der Verband, dass Obdachlose zunächst Unterstützung erhalten sollten, bevor strengere Regeln eingeführt werden – unter dem Motto 'Hilfe statt Verdrängung'.
Mittelfristig regt der BfS den Test neuer Maßnahmen an, darunter Videoüberwachung, verbesserte Beleuchtung, Klang- oder Musikinstallationen sowie genehmigte Überdachungen am östlichen Ausgang. Langfristig schlägt der Verband eine Neugestaltung des östlichen Bahnhofsvorplatzes vor und empfiehlt zu prüfen, ob eine barrierefreie Fußgänger- und Radfahrerbrücke den Tunnel irgendwann ersetzen könnte.
Der BfS besteht darauf, dass jede Lösung Sicherheit, Sauberkeit und soziale Verantwortung vereinen muss – statt sich nur auf Obdachlosigkeit oder Regularien zu konzentrieren.
Der Plan des BfS bietet einen strukturierten Fahrplan für den Ohligs-Tunnel mit klaren Schritten für sofortiges Handeln und langfristige Veränderungen. Wären die Vorschläge umgesetzt, stünden in naher Zukunft regelmäßige Reinigungen, bessere Beleuchtung und soziale Unterstützungsmaßnahmen an. Größere Fragen – wie ein möglicher Brückenersatz – erfordern hingegen weitere Untersuchungen und Finanzierungsentscheidungen in den kommenden Jahren.
