NRW plant KiBiz-Reform: Wüst sucht Lösungen für Fachkräftemangel in Kitas
Johanna AlbrechtWüst zeigt Bereitschaft für Kindergarten-Kompromiss nach scharfer Kritik - NRW plant KiBiz-Reform: Wüst sucht Lösungen für Fachkräftemangel in Kitas
Nordrhein-Westfalen bereitet Reform des Kinderbildungsgesetzes vor
Nordrhein-Westfalen steht vor einer Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Ministerpräsident Hendrik Wüst hat Gespräche mit zentralen Akteuren aufgenommen, darunter der Verband Bildung und Erziehung (VBE), während die Sorge über Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung wächst. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, Personalengpässe zu beheben und die frühkindliche Bildung zu verbessern. Kritiker warnen jedoch vor möglichen Rückschritten, sollte der aktuelle Gesetzentwurf unverändert bleiben.
Im Mittelpunkt der Reform steht ein neues "Kernzeitenmodell", das den Mangel an qualifizierten Erzieherinnen und Erziehern abmildern soll. Wüst zeigte sich kompromissbereit und räumte ein, dass trotz zusätzlicher Mittel nicht alle Forderungen vollständig erfüllt werden könnten. Die Freie Wohlfahrtspflege hat bereits Alarm geschlagen: Sollte der Entwurf nicht überarbeitet werden, drohe eine Verschlechterung der frühkindlichen Bildung in NRW.
Das Gesetzgebungsverfahren befindet sich noch in einer frühen Phase. Wüst plant weitere Beratungen, bevor der Entwurf dem Landtag vorgelegt wird. Tritt die Reform in Kraft, würde sie erst zum Kitajahr 2027/28 greifen. Zu den Zielen gehören eine zuverlässigere Kinderbetreuung, bessere Arbeitsbedingungen für Fachkräfte, höhere Bildungsqualität und mehr finanzielle Spielräume für Träger. Der VBE, einer der wichtigsten Beteiligten, kritisiert seit Langem die bestehenden Lücken in der Betreuungsversorgung. Wüsts Team wird das Feedback der Akteure auswerten, bevor der Entwurf finalisiert wird – der Zeitplan sieht eine Verabschiedung noch in dieser Legislaturperiode vor.
Die KiBiz-Reform wird vorangetrieben, doch ihr endgültiger Inhalt hängt von den laufenden Verhandlungen ab. Bei einer Verabschiedung würden die Änderungen neue Standards für die Kinderbetreuung in NRW setzen, auch wenn die Umsetzung mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Als nächste Schritte stehen die Überarbeitung des Entwurfs auf Basis der Stellungnahmen sowie die Vorlage an die Abgeordneten an.
