04 January 2026, 20:55

NRW setzt auf Klimaneutralität 2045 – doch Gaskraftwerke sorgen für Streit

Ein Weg mit Grün auf beiden Seiten, der zu Gebäuden und Bäumen im Hintergrund führt.

NRW setzt auf Klimaneutralität 2045 – doch Gaskraftwerke sorgen für Streit

Nordrhein-Westfalen (NRW) treibt seine ehrgeizigen Klimaziele trotz anhaltender Debatten über die Energiestrategie konsequent voran. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, ihre öffentliche Verwaltung bis 2030 klimaneutral zu gestalten und bis 2045 die erste klimaneutrale Industrieregion Europas zu werden. Jüngste Entscheidungen haben jedoch Kontroversen über die Rolle von Gaskraftwerken im Rahmen der Energiewende ausgelöst.

NRW hat sein ursprüngliches Klimaschutzziel bereits übertroffen: Bis 2020 wurden die Treibhausgasemissionen um 39 Prozent reduziert – deutlich mehr als die geplanten 25 Prozent. Nun strebt das Land weitere Senkungen um 65 Prozent bis 2030 und 88 Prozent bis 2040 an, um bis 2045 vollständige Klimaneutralität zu erreichen. Gleichzeitig bleibt der Energiebedarf hoch, angetrieben von einer starken Metall- und Chemieindustrie, die NRW zum energieintensivsten Bundesland Deutschlands macht.

Die CDU/SPD-Koalition in NRW setzt im Rahmen ihrer Übergangstrategie auf neue Gaskraftwerke. In Erkrath stimmten lokale CDU- und SPD-Stadträte gemeinsam mit der Linken für den Bau zweier neuer Blockheizkraftwerke (KWK/iKWK) im Wert von rund 26 Millionen Euro. Sie argumentieren, dass diese Anlagen die langfristige Klimaneutralität unterstützen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit gewährleisten. Umweltschützer kritisieren diesen Schritt jedoch scharf – insbesondere vor dem Hintergrund, dass RWE plant, bis 2030 drei Gigawatt Kohlekraft abzubauen, und fragen, warum Gas weiter ausgebaut wird. Die Landesregierung schätzt, dass NRW etwa fünf Gigawatt Gaskapazität benötigen wird – deutlich weniger als die Bundesregierung, die bis zu 20 GW für möglich hält. Der Landesarbeitskreis Erneuerbare Energien NRW hält die Bundesprognose für überzogen. Unterdessen wird das jüngste Hamburger Referendum für strengere Klimaziele voraussichtlich keinen Einfluss auf das NRW-Ziel für 2045 haben, wie lokale Umweltverbände betonen.

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NRW bleibt bei seinem Vorhaben, bis 2045 klimaneutral zu werden, und versucht, industrielle Anforderungen mit schrittweisen Emissionsreduktionen in Einklang zu bringen. Die Abhängigkeit von Gaskraftwerken stößt jedoch weiterhin auf Kritik, auch wenn die Verantwortlichen betonen, dass die Maßnahmen mit langfristiger Nachhaltigkeit vereinbar seien. Da keine Anpassung des Zeitplans geplant ist, wird NRWs Vorgehen genau beobachtet, während Deutschland seine Energiewende gestaltet.