NS-Raubkunst bleibt im Museum: Einigung über Schmidt-Rottluff-Gemälde
Nico MeyerBeutekunst: Gemälde bleibt in Wuppertal - NS-Raubkunst bleibt im Museum: Einigung über Schmidt-Rottluff-Gemälde
Ein Gemälde von Karl Schmidt-Rottluff bleibt nach einer Einigung mit den Erben einer von den Nazis verfolgten jüdischen Familie im Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal. Das Werk 'Zwei Frauen (Frauen in Grün)' gehörte ursprünglich Alfred Hess, einem Erfurter Industriellen, der 1931 verstarb. Die Vereinbarung ist das Ergebnis jahrelanger Bemühungen, das Schicksal von Kunstwerken aufzuarbeiten, die jüdischen Sammlern während der NS-Zeit entzogen wurden.
Die Geschichte des Gemäldes begann mit Alfred Hess, einem jüdischen Unternehmer aus Erfurt. Nach seinem Tod 1931 sah sich seine Witwe Thekla Hess zunehmender NS-Verfolgung ausgesetzt. 1933 brachte sie das Kunstwerk zur sicheren Verwahrung in die Schweiz. Unter dem Druck des Regimes schickte sie es 1937 zurück nach Deutschland, wo es schließlich in den Besitz des Kölner Kunstvereins gelangte.
Die getroffene Regelung sorgt dafür, dass 'Zwei Frauen (Frauen in Grün)' in Wuppertal bleibt, würdigt jedoch gleichzeitig seine belastete Vergangenheit. Der Rückkauf ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem Museum, den Erben und kulturellen Stiftungen. Solche Fälle lenken weiterhin die Aufmerksamkeit auf die bis heute ungelösten Altlasten der NS-Kunstraubpolitik.
