Pilotlehrgang der IHK macht Fachkräfte fit für die Wasserstoff-Zukunft der Industrie
Nico MeyerPilotlehrgang der IHK macht Fachkräfte fit für die Wasserstoff-Zukunft der Industrie
Sechzehn industrielle Aufsichtskräfte haben einen neuen Pilotlehrgang zur Wasserstofftechnologie erfolgreich abgeschlossen. Das dreimonatige Programm der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen endete am 29. Januar 2026 mit einer feierlichen Zertifikatsübergabe. Die Teilnehmer lobten den Kurs für seinen praxisnahen Ansatz, der sich auf reale Herausforderungen beim Übergang zu einer wasserstoffbasierten Industrie konzentrierte.
Die Schulung mit dem Titel "Grundlagen der Wasserstofftechnologie für industrielle Meister und Meisterinnen" wurde im Rahmen des Projekts "H2!Academy" entwickelt. Diese Initiative ist Teil des übergeordneten Programms "H2!Raum – Industrie Ruhr 2030", das Unternehmen, Forscher und politische Entscheidungsträger im Ruhrgebiet zusammenbringt, um die Nutzung von Wasserstoff in der Industrie voranzutreiben. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung, Forschung und Technologie über das regionale Entwicklungsprogramm "T!Raum".
Während des Lehrgangs hielt Prof. Dr.-Ing. Michael Brodmann einen Hauptvortrag über die Rolle von Wasserstoff in der Energiewende. Er betonte dessen Potenzial für die Speicherung und den Transport erneuerbarer Energien, insbesondere in industriellen Anwendungen. Die Teilnehmer untersuchten, wie Wasserstoff Erdgas in thermischen Prozessanlagen wie Öfen und Brennöfen in der Industrie ersetzen könnte.
Das Feedback der Absolventen unterstrich den Wert des Netzwerkens mit Kollegen und Dozenten. Viele hoben die Relevanz des Kurses für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) hervor, die bei der Einführung neuer Energietechnologien in der Industrie vor besonderen Herausforderungen stehen. Aufgrund der positiven Resonanz plant die IHK, das Programm zu überarbeiten und erneut anzubieten.
Die IHK Nord Westfalen arbeitet zudem daran, Wasserstofftechnologie in die reguläre Meisterausbildung zu integrieren. Dieser Schritt spiegelt die wachsende Nachfrage nach Fachkenntnissen in einem Bereich wider, der die Fertigungs- und Energiewirtschaft grundlegend verändern wird.
Der Pilotkurs hat die Grundlage für eine breitere Wasserstoffausbildung in der Industrie im Ruhrgebiet gelegt. Sein Erfolg wird die Gestaltung künftiger Auflagen prägen, mit Fokus auf praktische Anwendungen wie Prozesswärme und industriellen Energieersatz. Als nächste Schritte sind eine Erweiterung des Lehrplans sowie die Verankerung von Wasserstoffthemen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Industrie vorgesehen.
