Protest gegen Sexismus bei Rot-Weiss Essen scheitert an mangelnder Fan-Unterstützung
Jakob BauerProtest gegen Sexismus bei Rot-Weiss Essen scheitert an mangelnder Fan-Unterstützung
Geplante Anti-Sexismus-Aktion im Stadion von Rot-Weiss Essen scheitert an mangelnder Beteiligung
Eine geplante Protestaktion gegen Sexismus im Stadion von Rot-Weiss Essen ist weitgehend gescheitert, nachdem sich die Mehrheit der Fans weigerte, daran teilzunehmen. Die von der Fan-Initiative „RWE für Toleranz“ organisierte Kampagne wollte sexistische Einstellungen herausfordern, indem Frauen aufgefordert wurden, die vorderen Reihen der Westtribüne zu besetzen. Doch die Aktion stieß auf massiven Widerstand bei Ultra-Gruppen und aktiven Fangruppierungen.
Anlass für den Aufruf war die Verteilung von Flugblättern mit sexistischen Parolen während eines früheren Heimspiels gegen Schweinfurt. Darauf fanden sich Forderungen wie „Keine Frauen in der ersten Reihe“. Als Reaktion rief „RWE für Toleranz“ weibliche Fans dazu auf, die vorderen Plätze für die ersten 19 Minuten und sieben Sekunden des Spiels gegen Energie Cottbus zu besetzen – eine symbolische Anspielung auf das Gründungsjahr des Vereins, 1907.
Doch trotz der öffentlichen Positionierung des Clubs gegen Diskriminierung änderte sich das Verhalten der Fans während der Aktion kaum. Da die Ultras die Kampagne ablehnten und sich nur wenige Anhänger beteiligten, verblasste der Versuch, sexistische Normen im Stadion zu hinterfragen, wirkungslos. Das Thema bleibt jedoch ein Streitpunkt innerhalb der Fangemeinde von Rot-Weiss Essen.
