Razzia bei Maschinenbauer: Verdacht auf illegalen Export nach Russland über Usbekistan
Johanna AlbrechtUmgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Razzia bei Maschinenbauer: Verdacht auf illegalen Export nach Russland über Usbekistan
Deutsche Behörden haben eine Maschinenfabrik in Nordrhein-Westfalen wegen des Verdachts auf Schmuggel von Industrieanlagen nach Russland über Zentralasien durchsucht. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen mögliche Verstöße gegen EU-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Festnahmen gab es zwar nicht, doch der Fall betrifft Lieferungen im Wert von mehreren Millionen Euro.
Zollfahnder durchsuchten die Räumlichkeiten der Köppern GmbH & Co. KG, einem Spezialisten für Walzenpressen, die in der Düngemittelproduktion eingesetzt werden. Die Durchsuchungen fanden in Hattingen sowie in Freiberg (Sachsen) statt und richteten sich gegen mögliche Verstöße des deutschen Außenwirtschaftsgesetzes.
Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Maschinen an einen zentralasiatischen Düngemittelhersteller lieferando, die später möglicherweise nach Russland umgeleitet wurden. Solche Lieferungen sind durch die EU-Sanktionen verboten, die Russland den Zugang zu Schlüsseltechnologien erschweren sollen.
Köppern erklärte, man kooperiere mit den Behörden und betonte, dass interne Prüfungen keine Hinweise auf Fehlverhalten ergeben hätten. Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte die Aktion, nannte den Unternehmensnamen jedoch nicht direkt – unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen.
Bisher wurden keine Personen oder weiteren Firmen öffentlich mit dem Fall in Verbindung gebracht.
Die Razzia unterstreicht die Bemühungen, EU-Sanktionen gegen russische Industrie-Lieferketten durchzusetzen. Die Behörden prüfen weiterhin, ob die Anlagen illegal über Usbekistan umgeleitet wurden. Das Ergebnis der Ermittlungen steht noch aus.
