22 February 2026, 04:31

Rekordjahr für Weißstörche in NRW: Über 1.000 Brutpaare und neue Lebensgewohnheiten

Ein altes Schwarz-Wei├če-Foto eines Storchs, der auf der linken Seite eines Nests steht, mit zwei Jungen auf der rechten Seite, und Text am unteren Bildrand.

Angepasster Storch - Die Neue Welt der Wei├če Storken - Rekordjahr für Weißstörche in NRW: Über 1.000 Brutpaare und neue Lebensgewohnheiten

Weißstörche in Nordrhein-Westfalen (NRW) erleben eine bemerkenswerte Rückkehr – 2025 verzeichnen sie Rekordzahlen. Nach einem Tiefstand in den 1980er-Jahren, als 1991 nur noch drei Brutpaare übrig waren, markiert die diesjährige Rückkehr aus den Winterquartieren einen weiteren Erfolg für die Art in der Region.

Der Aufschwung der Störche begann vor Jahrzehnten, begünstigt durch besseren Schutz, verbesserte Nahrungsgrundlagen und veränderte Wetterbedingungen. Fast schon ausgestorben in NRW, haben sie inzwischen wieder große Kolonien gegründet – insbesondere in Minden-Lübbecke, am Niederrhein und an der Lippe. In diesem Jahr brüteten 1.027 Paare und zogen 1.540 Jungvögel groß – die höchste je dokumentierte Zahl.

Auch ihre Zuggewohnheiten haben sich gewandelt: Statt nach Afrika zu fliegen, nehmen mittlerweile über 95 Prozent die westliche Route nach Spanien und Portugal, wo milde Winter und reichlich Nahrung – darunter Abfälle von Mülldeponien – das Überleben erleichtern. Diese Veränderung verringert die Risiken langer Zugstrecken und erhöht den Konkurrenzdruck um Nistplätze. Manche Störche verzichten sogar ganz auf den Zug und bleiben ganzjährig in Europa.

Auch ihre Ernährung hat sich angepasst: Zwar stehen Frösche nach wie vor auf dem Speiseplan, doch fressen sie inzwischen auch Regenwürmer, Engerlinge und Feldmäuse. Zudem haben sich ihre Nistgewohnheiten weiterentwickelt – bei knappen traditionellen Plätzen weichen sie vermehrt auf Bäume wie Pappeln aus.

Die Rückkehr aus den Winterquartieren verzögerte sich in diesem Jahr leicht wegen kühlen Wetters, doch generell treffen die Vögel früher ein als in früheren Jahrzehnten. Die ersten Sichtungen in NRW gab es in Aachen, auf der Bislicher Insel, auf den Rieselfeldern Münsters und in den Ahsewiesen bei Soest. Zwar bleibt die Gefahr durch Vogelgrippe bestehen, doch Experten gehen davon aus, dass Störche besser damit zurechtkommen werden als Kraniche.

Die Erholung des Weißstorchs in NRW spiegelt einen übergeordneten Trend in West- und Nordeuropa wider. Mit 1.027 Brutpaaren und veränderten Zugrouten hat sich die Art in der Region fest etabliert. Ihre Fähigkeit, Ernährung, Nistplätze und Überwinterungsstrategien anzupassen, trägt weiterhin zum Wachstum der Population bei.

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