Rekordversuch für die bayerische Hymne – doch kaum einer kennt den Text
Nico MeyerRekordversuch für die bayerische Hymne – doch kaum einer kennt den Text
Eine langjährige Kampagne, um den FC Bayern München ihre Landeshymne ins Gedächtnis zu rufen, hat es ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Ein engagierter Mann verteilte über eine halbe Million Textkarten – doch viele können sich noch immer nicht über die erste Zeile hinaus erinnern. Selbst prominente Politiker geben Wissenslücken bei anderen Hymnen zu.
Rudolf Hierl, CSU-Mitglied und ehemaliger ehrenamtlicher Stadtrat, machte es sich zur Aufgabe, die Bekanntheit der bayerischen Landeshymne zu steigern. Er verteilte mehr als 500.000 Karten mit dem vollständigen Text der Hymne – versehene mit seinem eigenen Porträt. Seine Bemühungen brachten ihm einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde ein, doch außerhalb lokaler Kreise bleibt sein Name weitgehend unbekannt.
Trotz seiner Kampagne erkennen die meisten FC Bayern München-Fans noch immer nur die Anfangsworte der Hymne. Die Herausforderung, sich den gesamten Text einzuprägen, besteht fort – selbst bei denen, die in der Region geboren und aufgewachsen sind. Das Problem beschränkt sich nicht auf FC Bayern München: Markus Söder, der ehemalige Ministerpräsident des Freistaats, gab einmal zu, die Worte der Europahymne möglicherweise nicht zu kennen. Diese Hymne, eine instrumentale Adaption von Beethovens Neunter Sinfonie, basiert auf Schillers Ode an die Freude. Ohne Gesangstext gespielt, steht sie für Ideale wie Freiheit, Frieden und Einheit auf dem gesamten Kontinent.
Hierls rekordverdächtige Verteilung der Hymnen-Karten unterstreicht eine grundlegendere Schwierigkeit: das kollektive Gedächtnis für staatsbürgerliche Symbole. Zwar erreichten seine Karten Hunderttausende, doch der vollständige Text der bayerischen Hymne bleibt vielen unbekannt. Auch die Europahymne stellt – trotz ihrer symbolischen Bedeutung – selbst für erfahrene Politiker eine Hürde dar.
