Riesen-Pipeline soll Rheinwasser in den Hambacher Tagebau leiten – doch Kritik wächst
Johanna AlbrechtRiesen-Pipeline soll Rheinwasser in den Hambacher Tagebau leiten – doch Kritik wächst
Ab 2030 soll eine 45 Kilometer lange Pipeline Rheinwasser in das Braunkohletagebaugebiet Hambach leiten. Das gigantische Vorhaben, für das zehntausend Rohre mit einem Durchmesser von bis zu 2,2 Metern verlegt werden, wird voraussichtlich 40 Jahre in Anspruch nehmen. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Wasserqualität und der langfristigen Umweltfolgen.
RWE hat bereits Genehmigungen für die Wasserentnahme und den Pipelinebau erhalten, die von der Bezirksregierung Arnsberg Ende Januar erteilt wurden. Die Abstimmung mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt stellt sicher, dass Rheinwasser entnommen werden darf – doch über noch ausstehende Genehmigungen für die Einleitung von Wasser in die Hambacher Grube gibt es keine öffentlichen Angaben.
Umweltverbände wie der BUND und die Initiative Alle Dörfer bleiben stehen den Plänen, ehemalige Kohlegruben in Seen umzuwandeln, skeptisch gegenüber. Der Tagebau Garzweiler soll ab 2036 geflutet werden, der Tagebau Inden bereits ab 2030. Gleichzeitig verschärft Microsofts neues Hyperscale-Rechenzentrum in der Region die Sorgen vor Wasserknappheit.
Kritiker verweisen zudem auf mögliche chemische Belastungen im Rhein und stellen infrage, ob das Wasser für die Flutung der Gruben unbedenklich ist. Andreas Büttgen von der Initiative Bürirer für Bürir befürchtet, RWE könnte das Projekt aufgeben und die Region mit langfristigen finanziellen und ökologischen Altlasten zurücklassen.
Der Pipelinebau unterstreicht das langfristige Engagement, ehemalige Abbaugebiete in Seenlandschaften zu verwandeln. Doch Unsicherheiten bleiben – etwa bei den noch ausstehenden Wassergenehmigungen, der Wasserqualität und der künftigen Rolle von RWE. Ob das Projekt gelingt, wird davon abhängen, wie diese Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten gemeistert werden.






