19 February 2026, 22:59

Satirestück zerpflückt Kemptener OB-Wahl – doch die Politik lacht nicht mit

Ein Cartoon eines Mannes in einem Kilt und einer Frau in einem Kleid, die vor einer Menge stehen, mit einem Gebäude und Wolken im Hintergrund, und einem Text unten, der "Low Comedians Amusing the Wise Men of the East" lautet.

Satirestück zerpflückt Kemptener OB-Wahl – doch die Politik lacht nicht mit

Satirische Bühnenparodie nimmt Kemptener Oberbürgermeister-Wahl aufs Korn

Eine satirische Bühnenparodie hat die Oberbürgermeisterwahl in Kempten mit beißendem Humor auf die Schippe genommen – und dabei sowohl die Kandidaten als auch politische Größen der Stadt ins Visier genommen. Die Aufführung, bei der lokale Schauspieler überzeichnete Karikaturen verkörperten, richtete sich gegen das politische Establishment der Stadt, darunter die regierende CSU und die Kandidatur der amtierenden Oberbürgermeisterin für eine dritte Amtszeit.

In der Parodie mimten Daniela Busse, Michael Käser und Tobias Strobel konkurrierende Bewerber um das Amt – jeder von ihnen wurde für vermeintliche Schwächen gnadenlos durch den Kakao gezogen. Katharina Schrader wurde als "Frau Holle" dargestellt, die Herzen über die Stadt verstreut, letztlich aber als zu jung und unerfahren abgetan. Dominik Tartler gab den überheblichen "Wunderknaben", während Franz-Josef Natterer-Babych als eitelster Narzisst auftrat, der sich ständig im Spiegel bewunderte.

Der als Hausarzt auftretende Mediziner Spitzer verweigerte Patienten mit Durchfall die Behandlung in seiner Praxis – eine absurde Pointe. Zudem scherzte er über das Umgehen von Parkgebühren in Kempten, eine spitze Anspielung auf die lokale Politik. Die Figur "DonQuiSchoche" geriet in Konflikt mit dem Einfluss der CSU, während die Zuschauer sich fragten, ob "Rechenmeister" Eigstler oder "Hai" Wilhelm die Amtsinhaberin – spöttisch "Hausdrache" Indra Baier-Müller genannt – tatsächlich ersetzen könnten.

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Die Freien Demokraten (FDP) wurden als Unterstützer der dritten Amtszeit der Oberbürgermeisterin gezeigt, doch die Satire transportierte eine klare Botschaft: Ein politisches Mandat ist kein Andenken. Trotz des humorvollen Angriffs gab es seit der Aufführung im Jahr 2024 jedoch weder öffentliche Debatten noch politische Kurswechsel – selbst bis Februar 2026 wurden keine Entwicklungen gemeldet.

Die Parodie bot eine verspielt-zuspitzende Abrechnung mit der Kemptener Politik, doch ihre Wirkung blieb begrenzt. Weder Diskussionen noch politische Konsequenzen folgten auf die Satire. Vorerst läuft der Wahlkampf unverändert weiter – unbeeindruckt von der komödiantischen Darstellung.