16 February 2026, 17:15

Schwäbisch-alemannische Fasnet begeistert trotz Kälte mit uralten Bräuchen und spektakulären Kostümen

Ein altes Schwarz-Weiß-Foto eines Umzugs in Berlin, Deutschland, mit Menschen auf dem Boden und auf Pferden, einer Statue, Straßenlaternen, Bäumen, Gebäuden mit Fenstern und einem bewölkten Himmel, mit Text am unteren Bildrand.

Karnevalssturm trifft Rottweil - wild, bunt und unerschütterlich - Schwäbisch-alemannische Fasnet begeistert trotz Kälte mit uralten Bräuchen und spektakulären Kostümen

Tausende Feiernde trotzten am Rosenmontag der Kälte, um den schwäbisch-alemannischen Fasnet im Südwesten Deutschlands zu begehen. Die Straßen füllten sich mit aufwendigen Kostümen, traditionellen Tänzen und waghalsigen Darbietungen – alles verwurzelt in mittelalterlichen Frühlingsbräuchen, die im 19. Jahrhundert wiederbelebt wurden. Ein Höhepunkt war Rottweils berühmter Narrensprung, bei dem vermummte Gestalten mit langen Holzstangen über die Menschenmengen sprangen.

Die Feierlichkeiten begannen früh, als Reiter und Blasorchester durch Rottweils historisches Schwarzes Tor zogen. Die Teilnehmer trugen ererbte Holzlarven, manche zu unheimlichen Faschingskostümen wie Hexen oder Dämonen geschnitzt, kombiniert mit den traditionellen Häs-Kostümen. Die Entwürfe spiegeln oft lokale Sagen, Stadtgeschichte oder mythische Wesen wider.

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Im Laufe des Tages rasten Dutzende verkleidete Gruppen in geschmückten Holzbütten den Schiltach-Fluss in Schramberg hinab – ein einzigartiges Schauspiel. Zuschauer säumten die Straßen und jubelten den Umzügen zu. Die Feiern zeigten auch regionale Unterschiede: Während Rottweils Narren ihre kühnen Stangensprünge vollführten, vermischten andere Gebiete rheinische Karnevalstraditionen mit satirischen Kostümen, Tanzgruppen und Figuren wie Prinzen und Prinzessinnen.

Die schwäbisch-alemannische Fasnet unterscheidet sich deutlich von ihrem rheinischen Pendant. Hier dominieren starre Holzlarven und gespenstische Rufe wie Narri Narro oder Hu-hu-hu, während ländliche Gebiete auf der Schwäbischen Alb unstrukturierte Bräuche pflegen. Die Wurzeln des Festes reichen bis zu vorchristlichen Fruchtbarkeitsriten zurück, die später als eine Art "Gegenrevolution" gegen die Moderne wiederauflebten.

Trotz des kalten Wetters lockte das Spektakel zahlreiche Besucher an und vereinte uralte Traditionen mit lebendiger Volksbeteiligung. Von maskierten Umzügen bis zu Flussrennen prägen die einzigartigen Bräuche der Fasnet weiterhin die vorfastenzeitlichen Feierlichkeiten der Region. Veranstalter und Teilnehmer hielten die jahrhundertealten Rituale auch in diesem Jahr lebendig.