21 February 2026, 08:28

Sechs Jahre nach dem Hanau-Anschlag: NRW gedenkt der Opfer und fordert Gerechtigkeit

Eine Ziegelwand mit einer rechteckigen Plakette, auf der in fetter, weißer Schrift "38. Signalbataillon" steht.

Sechs Jahre nach dem Hanau-Anschlag: NRW gedenkt der Opfer und fordert Gerechtigkeit

Sechs Jahre nach einem der schwersten rechtsextremen Anschläge Deutschlands haben Städte in Nordrhein-Westfalen (NRW) der Hanau-Opfer gedacht. Am 19. Februar 2020 ermordete ein rassistischer Attentäter neun Menschen in Shisha-Bars, bevor er seine Mutter tötete und sich selbst das Leben nahm. Bei den diesjährigen Gedenkveranstaltungen versammelten sich Hunderte, um Gerechtigkeit zu fordern und ein Zeichen gegen den anhaltenden Rassismus zu setzen.

Der Anschlag von Hanau zählt zu den tödlichsten rechtsterroristischen Verbrechen in Deutschland seit Jahrzehnten. Der Täter richtete seine Angriffe gezielt gegen zwei Shisha-Bars und tötete neun Menschen aus rassistischen Motiven. Ein zehntes Opfer, Ibrahim Akkuş, erlag im Januar 2026 den Spätfolgen der bei dem Attentat erlittenen schweren Verletzungen. Der Attentäter erschoss zudem seine Mutter, bevor er sich selbst richtete.

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Die diesjährigen Gedenkveranstaltungen fanden in mehreren Städten NRWs statt. In Aachen versammelten sich rund 300 Menschen zu einer Kundgebung und einem Marsch, organisiert von antifaschistischen Gruppen. Während der Veranstaltung wurden Audiobotschaften von Angehörigen der Opfer abgespielt, begleitet von Reden, die unbeantwortete Fragen zu dem Anschlag und seinen Folgen kritisierten.

In Köln beteiligten sich fast 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – doppelt so viele wie erwartet – an einem Marsch durch die Stadt. Unterdessen veranstaltete das Bochumer Integrationsbüro eine Gedenkfeier im Bermudadreieck, dem Ausgehviertel, um den Kontrast zwischen der Lebensfreude sozialer Orte und der Tragödie des Anschlags zu verdeutlichen. Auch in Essen und Düsseldorf gab es Gedenkveranstaltungen, und in den kommenden Tagen sind bundesweit weitere Aktionen geplant.

Selin Eroglu, eine Studentin, die an der Veranstaltung in Aachen teilnahm, betonte die Bedeutung des Gedenkens an die Opfer und des Einsatzes gegen Rassismus. Sie sprach davon, wie wichtig es sei, sicherzustellen, dass solche Gewalt niemals in Vergessenheit gerät oder sich wiederholt.

Bei dem Anschlag von Hanau kamen zehn Menschen ums Leben, darunter ein Überlebender, der 2026 an den Spätfolgen starb. Die Gedenkveranstaltungen dieser Woche standen im Zeichen von Trauer und der Forderung nach Aufarbeitung. Während in ganz NRW der Opfer gedacht wurde, wiesen die Organisatoren auf den anhaltenden Kampf gegen Rechtsextremismus und systemische Versäumnisse hin.