02 February 2026, 08:20

Sichere Hilfe für Gewaltopfer: Wie Bahnhöfe in Köln und Berlin Leben retten

Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem Zug, mit einer Frau in der Mitte mit einem Korb, während der Text oben und unten 'Unschuld in einem Omnibus' lautet.

Bundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Sichere Hilfe für Gewaltopfer: Wie Bahnhöfe in Köln und Berlin Leben retten

Beratungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen haben seit ihrer Eröffnung an zwei großen deutschen Bahnhöfen bereits über 200 Menschen unterstützt. Die Pilotprojekte am Kölner Hauptbahnhof und am Berlin Ostbahnhof bieten in einem sicheren, nicht einschüchternden Umfeld spezialisierte Hilfe an. Betreut werden die Einrichtungen ausschließlich von geschulten Polizeibeamtinnen, die Opfern häuslicher und sexualisierter Gewalt entscheidende Unterstützung zukommen lassen.

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Die Zentren wurden bewusst als einladende Anlaufstellen konzipiert – weit entfernt von der förmlichen Atmosphäre eines Polizeiverhörraums. Hier können Betroffene offen über ihre Erlebnisse sprechen, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen. Zu den Angeboten zählen Sofortberatungen, Begleitung ins Krankenhaus, die Vermittlung von Plätzen in Frauenhäusern sowie die Organisation vorläufiger Wohnungsverweise für Gewalttäter.

Ein Fall betraf ein 15-jähriges, schwangeres Mädchen, das von ihrem Freund geschlagen worden war. Nach dem Aufsuchen der Kölner Beratungsstelle wurde sie von den Mitarbeiterinnen betreut und anschließend zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Der Bedarf an solchen Dienstleistungen bleibt hoch: 2024 meldeten in Deutschland 187.128 Frauen häusliche Gewalt – ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz der bisherigen Erfolge ist die Zukunft der Einrichtungen ungewiss. Die Finanzierung der Pilotprojekte in Köln und Berlin ist nur bis September 2027 gesichert. Stand Februar 2026 wurden keine weiteren Bundesbahnhöfe als mögliche Standorte für eine Ausweitung benannt.

Die Beratungsstellen haben bereits in ihren ersten Betriebsmonaten Hunderten Frauen geholfen. Doch ohne verlängerte Förderung oder Pläne für neue Standorte bleibt ihre langfristige Rolle bei der Unterstützung von Gewaltopfern unklar. Die steigenden Fallzahlen häuslicher Gewalt unterstreichen die anhaltende Notwendigkeit solcher spezialisierten Angebote.