Solingen streitet: Soll der Schrodtberg zur geschützten Landschaft werden?
Johanna AlbrechtSolingen streitet: Soll der Schrodtberg zur geschützten Landschaft werden?
Streit um Flächennutzung in Solingen eskaliert: Grüne wollen Schrodtberg vor Bebauung schützen
In Solingen spitzt sich der Konflikt um die Nutzung des Gebiets Schrodtberg zu, nachdem die Grünen eine Ausweisung als Gewerbegebiet verhindern wollen. Die Fläche – zusammen mit dem Fleußmühlenbachtal – spielt eine zentrale ökologische Rolle für die Stadt. Kritiker warnen, dass eine industrielle Nutzung sowohl der Natur als auch den kommunalen Finanzen schaden würde.
Im "Masterplan Arbeit und Wirtschaft" der Grünen hieß es ursprünglich, nur das ehemalige Sportfeld in Schrodtberg solle gewerblich genutzt werden. Nun fordern die Grünen, das gesamte Gebiet Stöcken/Schrodtberg als geschützte Landschaft auszuweisen. Ähnliche Schutzstatus sollen auch für den Piepersberg West und Fürkeltrath II in Gräfrath gelten – begründet mit ihrer ökologischen Bedeutung.
Der Planungsexperte Dietmar Gaida warnt, dass eine Erschließung des Schrodtbergs aufgrund des steilen Geländes technisch aufwendig und kostspielig wäre. Zudem drohten Klagen von Anwohnern, die das Vorhaben weiter verzögern könnten. Die Bezirksvertreterin Helga Bisier betont, dass eine Umwandlung in ein Gewerbegebiet die wichtige Biotope-Funktion des Gebiets zerstören würde.
Statt den Schrodtberg zu bebauen, schlagen die Grünen vor, bestehende Gewerbeflächen in der Nähe des Birkenweiher zu nutzen. Der Stadtrat solle sich auf eine nachhaltige Flächennutzung konzentrieren, die wirtschaftliche Interessen mit Klima- und Naturschutz in Einklang bringt. In den vergangenen fünf Jahren gibt es keine öffentlichen Hinweise darauf, dass diese Diskussionen die Gewerbeplanung in anderen Teilen des Rheinisch-Bergischen Kreises beeinflusst hätten.
Im Kern geht es um die Frage, ob der Schrodtberg als grüne Lunge erhalten bleibt oder der Industrie weichen muss. Setzen sich die Grünen durch, könnte das Gebiet unter rechtlichen Schutz gestellt werden – und seine ökologische Funktion langfristig gesichert werden. Die Entscheidung wird nicht nur die Umwelt Solingens prägen, sondern auch die künftige Stadtentwicklung.
