Solingens Notfallseelsorge kämpft um finanzielle Zukunft trotz sinkender Kirchensteuern
Johanna AlbrechtSolingens Notfallseelsorge kämpft um finanzielle Zukunft trotz sinkender Kirchensteuern
Solingens Notfallseelsorge bietet seit über 30 Jahren "Erste Hilfe für die Seele"
Der ökumenische Dienst, getragen von der evangelischen Kirche mit katholischer Unterstützung, steht allen Menschen offen – unabhängig von ihrem Glauben. Hinter den Kulissen sorgt ein Förderverein dafür, dass der rund um die Uhr verfügbare Einsatz trotz finanzieller Herausforderungen aufrechterhalten wird.
Das Team besteht aus etwa 50 Ehrenamtlichen, darunter evangelische Pfarrer:innen und Freiwillige beider Konfessionen. Die Ausbildung jeder Notfallseelsorger:in kostet rund 3.000 Euro, wobei die Mittel in Ausstattung, Koordination und Nachsorge fließen. 2025 beliefen sich die Ausgaben auf knapp 71.000 Euro – Rücklagen sprangen in die Bresche und finanzierten zudem die Schulung neuer Freiwilliger.
Die Einnahmen lagen im vergangenen Jahr bei über 53.000 Euro, gespeist aus öffentlichen Veranstaltungen, Kirchenkollekten, Vorträgen und einer gerichtlich verhängten Geldauflage. Doch da die Kirchensteuereinnahmen sinken, wirbt der Verein nun verstärkt um Unternehmensspenden und neue Fördermitglieder.
Solingens Feuerwehrchef Sebastian Wagner würdigte 2024 das Engagement des Teams, das bei Großschadenslagen stets schnell zur Stelle sei. Kunze, Vorsitzender des Fördervereins, betonte, dass der Ausbau des Angebots Zeit brauche, aber weiterhin Priorität habe.
Die Notfallseelsorge bleibt rund um die Uhr einsatzbereit – getragen von Gemeinschaftsspenden und ehrenamtlichem Einsatz. Angesichts steigender Ausbildungskosten und finanzieller Belastungen sucht der Vorstand nun gezielt nach Unternehmenspartnern und neuen Mitgliedern, um die Zukunft zu sichern. Für die Solinger Bevölkerung bleibt der Dienst in Krisensituationen unverzichtbar.
