09 January 2026, 22:39

SPD-Streit um Wehrpflichtreform spaltet Koalition vor Bundestagsabstimmung

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

NRW-SPD-Fraktionschef: Wehrpflicht für alle eine Frage der Gerechtigkeit - SPD-Streit um Wehrpflichtreform spaltet Koalition vor Bundestagsabstimmung

Ein Streit innerhalb der deutschen Koalitionsregierung über die Reform der Wehrpflicht hat Kritik von SPD-Spitzenpolitikern ausgelöst. Die geplanten Änderungen, die am Donnerstag im Bundestag zur Abstimmung stehen, sehen ein Losverfahren für die Wehrpflicht vor – eine Idee, die selbst in den Reihen der SPD auf wenig Zustimmung stößt. Innenminister Werner Maihofer, Mitglied der SPD, sitzt im Kabinett, das den Gesetzentwurf verantwortet.

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Verhandler hatten sich zunächst auf ein losbasiertes Wehrpflichtmodell geeinigt, doch die SPD-Bundestagsfraktion lehnte es ab. Unterdessen kritisierte der nordrhein-westfälische SPD-Landesvorsitzende Jochen Ott die laufende Debatte als verwirrend und kontraproduktiv. Er argumentierte, dass die internen Auseinandersetzungen eine negative Botschaft an junge Menschen sende und diese möglicherweise davon abhalte, freiwillig Wehrdienst zu leisten.

Ott unterstützte zudem den Vorstoß von Verteidigungsminister Boris Pistorius für eine umfassende Wehrpflicht und stellte dies als Frage der Gerechtigkeit dar. Obwohl das Kabinett den Entwurf gebilligt hat, sind im Rahmen der parlamentarischen Beratungen noch weitere Änderungen möglich. Die endgültige Fassung wird am Donnerstag dem Bundestag vorgelegt.

Die Zukunft des Gesetzes bleibt ungewiss, da die Spannungen innerhalb der SPD anhalten. Sollte die Reform verabschiedet werden, könnte sie die Wehrpflicht in Deutschland grundlegend verändern. Bis dahin zieht die Debatte weiterhin Kritik von Parteivertretern wie Ott auf sich, die vor den Folgen für die Nachwuchsgewinnung warnen.