Spektakulärer Geldautomaten-Überfall in Solingen: Prozess beginnt mit Insider-Verdacht
Tim BöhmSpektakulärer Geldautomaten-Überfall in Solingen: Prozess beginnt mit Insider-Verdacht
Am 19. Februar beginnt vor dem Landgericht Wuppertal der Prozess zu einem bewaffneten Überfall aus dem Jahr 2019 in Solingen. Im Mittelpunkt steht ein Angriff auf einen Geldtransport, bei dem Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens während der Befüllung von Geldautomaten überfallen wurden. Die Ermittler vermuten, dass einige der Täter Insider desselben Unternehmens waren.
Die Tat ereignete sich vor über sechs Jahren in einer Filiale der Sparkasse an der Fronhofstraße. Bei dem Überfall wurden rund 526.000 Euro erbeutet, von denen später ein Teil in Dortmund sichergestellt wurde.
Der Raub fand im Januar 2019 statt, als eine Gruppe von Angreifern Sicherheitskräfte während einer routinemäßigen Geldautomaten-Befüllung überfiel. Ein Mitarbeiter wurde festgehalten, und die Täter erbeuteten Geldkassetten. Um ihre Spuren zu verwischen, sollen die Angreifer sogar einen eigenen Komplizen gefesselt haben, um den Überfall wie einen externen Coup erscheinen zu lassen.
In einem separaten, aber zusammenhängenden Fall wurde im Oktober 2022 ein 32-jähriger Mann wegen seiner Beteiligung an einem Geldtransporter-Diebstahl in Stuttgart zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Unterdessen wurden mehrere Angeklagte im Solinger Fall bereits verurteilt; nun bereitet sich das Gericht darauf vor, über die verbleibenden Beschuldigten zu entscheiden.
Die Behörden konnten 344.100 Euro des gestohlenen Geldes in einer Dortmunder Wohnung sicherstellen. Alle Angeklagten gelten bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig.
Im bevorstehenden Prozess wird die Rolle der noch verbleibenden Beschuldigten bei dem Überfall von 2019 untersucht. Der Fall wirft Fragen nach möglicher Insiderbeteiligung bei Sicherheitslücken auf. Das Urteil wird zeigen, ob weitere Verurteilungen in Verbindung mit der Beute und dem Angriff selbst folgen.
