Streit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren
Jakob BauerStreit um Drogenhilfezentrum in Düsseldorf-Oberbilk: Schulen und Anwohner protestieren
Pläne für ein neues Drogenhilfezentrum im Düsseldorfer Stadtteil Oberbilk haben bei Anwohnern und Schulen Besorgnis ausgelöst. Die Einrichtung, die sich am Zürcher Modell orientiert, soll den Drogenkonsum aus dem öffentlichen Raum in eine kontrollierte Umgebung verlagern. Doch der vorgeschlagene Standort – in der Nähe zweier Schulen und mitten in einem Wohngebiet – stößt auf heftigen Widerstand.
Das Zentrum wird in einem ehemaligen Wohngebäude in der Eisenstraße eröffnet, direkt hinter dem Düsseldorfer Flughafen. Die Stadtverwaltung will sich am Zürcher Modell orientieren, bei dem der überwachte Drogenkonsum und Beratungsangebote unter einem Dach stattfinden. Sicherheitskräfte, Sozialarbeiter und medizinisches Personal werden vor Ort sein, während Polizei und Ordnungsdienste das Umfeld überwachen, um Drogenhandel und Störungen zu verhindern.
Anwohner und Schulvertreter halten den Standort für ungeeignet. Zwei benachbarte Schulen bezeichnen die Pläne als völlig inakzeptabel und warnen davor, dass Kinder mit hartem Drogenkonsum konfrontiert werden könnten. Kritiker verweisen zudem auf die Bauweise des Gebäudes mit dunklen Ecken, die illegale Aktivitäten begünstigen könnten.
Bei einer kürzlichen Bürgerversammlung verließen viele Teilnehmer frustriert den Saal. Die Veranstalter gaben kaum Auskunft darüber, wie das Zentrum betrieben werden soll oder welche Maßnahmen den Kiez schützen würden. Drogenhilfeorganisationen hingegen verteidigen das Vorhaben. Sie betonen, dass ein zentraler Standort entscheidend sei, um die Betroffenen zu erreichen.
Die Stadt hat bauliche Änderungen zugesagt, um Sichtkontakt zu verhindern, und verspricht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Trägern der Einrichtung und den lokalen Behörden.
Bisher hat keine andere deutsche Stadt ein vergleichbares Modell umgesetzt. Sollte das Zentrum wie geplant eröffnet werden, wäre es das erste seiner Art in Deutschland. Die Behörden versichern, dass strenge Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen die Bedenken ausräumen werden. Doch der Widerstand aus der Nachbarschaft und von den Schulen bleibt groß.
