01 February 2026, 12:35

Thyssenkrupp feiert Börsenboom – doch Mitarbeiter protestieren gegen Dividendenpläne

Eine Liniengrafik, die Gewinne vor und nach Steuern zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Kontext zu den Daten liefert.

Thyssenkrupp feiert Börsenboom – doch Mitarbeiter protestieren gegen Dividendenpläne

Thyssenkrupp verzeichnet eine spektakuläre Wende an der Börse – innerhalb des vergangenen Jahres stieg der Aktienkurs des Konzerns um 133,70 %. Der Industriegigant bringt es damit auf eine Marktkapitalisierung von 5,68 Milliarden Euro, befeuert vom erfolgreichen Börsengang seiner U-Boot- und Kriegsschiffssparte, Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Doch trotz dieser finanziellen Erholung kommt es zu Spannungen, da Mitarbeiter gegen die jüngsten Dividendenausschüttungen protestieren.

Die Erholung des Unternehmens gewann an Fahrt, nachdem die Tochtergesellschaft TKMS im Herbst 2025 an die Börse ging. Seither notieren die TKMS-Aktien fast 20 % über dem Ausgabepreis, zuletzt stiegen sie um 3,47 % und schafften den Sprung in den MDAX. Auch die Thyssenkrupp-Aktie selbst bleibt stark: Am Freitag schloss sie bei 11,29 Euro – ein Plus von 21,74 % innerhalb des letzten Monats.

Doch nicht alle Beteiligten sind in Feierlaune. Hunderte Beschäftigte, unterstützt von der Gewerkschaft IG Metall, demonstrierten gegen die für das Geschäftsjahr 2024/2025 beschlossene Dividende von 0,15 Euro pro Aktie. Die Gewerkschaft kritisierte diesen Schritt als ein "katastrophales Signal", das die Kernaktivitäten des Konzerns schwäche. Die Gesamtausschüttung beläuft sich auf rund 93 Millionen Euro.

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Unterdessen treibt Thyssenkrupp seine Neuausrichtung im Rahmen der Strategie "ACES 2030" voran. Das Unternehmen bekräftigte sein Engagement für diesen Plan und bezeichnete den TKMS-Börsengang als wichtigen Meilenstein. Dennoch bleiben Herausforderungen – insbesondere in der Stahlsparte. Hier soll die Produktionskapazität auf 8,7 bis 9 Millionen Tonnen sinken, und für das Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet der Konzern mit einem Nettoverlust von 400 bis 800 Millionen Euro, vor allem aufgrund von Restrukturierungskosten.

Die Verhandlungen über einen möglichen Verkauf von Thyssenkrupp Steel Europe an den indischen Konzern Jindal Steel International laufen noch. Investoren werden gespannt den Zwischenbericht für das erste Quartal 2025/2026 erwarten, der am 12. Februar 2026 veröffentlicht wird.

Der Aktienaufschwung und der gelungene TKMS-Börsengang markieren zwar eine finanzielle Erholung, doch die internen Konflikte um Dividenden und die anhaltenden Verluste im Stahlbereich zeigen, dass die Instabilität noch nicht überwunden ist. Der anstehende Quartalsbericht wird weitere Aufschlüsse geben, ob die Umstrukturierungsmaßnahmen des Konzerns greifen.