15 February 2026, 12:37

US-Forscher fliehen nach Deutschland – Trumps Politik treibt sie in die Arme Europas

Eine animierte Deutschlandkarte mit einem roten Pfeil, der auf einen violetten Punkt zeigt.

US-Forscher fliehen nach Deutschland – Trumps Politik treibt sie in die Arme Europas

US-Forscher blicken zunehmend nach Europa – seit Beginn von Donald Trumps Präsidentschaft

Politische Verschiebungen und Kürzungen bei der Forschungsförderung in den USA treiben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu, Stellen im Ausland zu suchen. Deutsche Einrichtungen verzeichnen ein stark gestiegenes Interesse von US-Akademikern, insbesondere in der Klimaforschung und anderen Disziplinen, die mit Budgetkürzungen zu kämpfen haben.

Der Trend zeichnete sich deutlich ab, nachdem die Regierung unter Trump massive Kürzungen bei der Forschungsfinanzierung vorgenommen hatte. Die Klimaforschung, ein zentrales Angriffsziel, war von besonders drastischen Einschnitten betroffen. In der Folge haben sich die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland mehr als verdoppelt. Joybrato Mukherjee, Präsident des DAAD, bestätigte diese Entwicklung und erklärte: "Aktuell gibt es eine enorme Bewegung."

Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine steigende Nachfrage von US-Forschenden. Gleichzeitig kämpfen Spitzenuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton mit rückläufigen Drittmittelzuwendungen – wie stark sich dies auf ihre Fähigkeit auswirkt, externe Förderung zu sichern, bleibt jedoch unklar.

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In Kalifornien brachten Abgeordnete den Gesetzentwurf SB 895 ein, der eine staatliche Investition von 23 Milliarden Dollar vorsieht, um Einrichtungen wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) vor Unsicherheiten bei der Bundesfinanzierung zu schützen. Dennoch treibt die anhaltende Instabilität in Washington viele Forscherinnen und Forscher weiter in Richtung Europa.

Der DAAD zieht sich unterdessen aus Russland zurück, nachdem er vom russischen Justizministerium als "unerwünschte Organisation" eingestuft wurde. Russischen Bürgerinnen und Bürgern, die mit dem DAAD kooperieren, drohen nun strafrechtliche Konsequenzen. In der Folge werden das DAAD-Büro in Moskau und das Deutsche Haus für Forschung und Innovation geschlossen.

Gleichzeitig verlieren deutsche Studierende das Interesse an einem Aufenthalt in den USA: Die Anfragen von Doktorandinnen, Doktoranden und Studierenden, die nach Möglichkeiten in Amerika suchen, sind um etwa zehn Prozent zurückgegangen.

Die Entwicklung spiegelt tiefgreifende Veränderungen in der globalen Forschungslandschaft wider. Kürzungen in den USA und politische Unsicherheiten lenken akademische Talente nach Europa – vor allem nach Deutschland. Zugleich wenden sich deutsche Studierende von US-Institutionen ab, während der Rückzug des DAAD aus Russland die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit weiter umgestaltet.