Verena Schäffer wird neue Familienministerin in NRW – mit klaren Zielen für Kinder und Gleichstellung
Johanna AlbrechtVerena Schäffer wird neue Familienministerin in NRW – mit klaren Zielen für Kinder und Gleichstellung
Verena Schäffer ist am Mittwochmorgen als neue Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flüchtlinge und Integration in Nordrhein-Westfalen vereidigt worden. Die 39-jährige Politikerin der Grünen löst Josefine Paul ab, die einen Tag zuvor nach Kommunikationspannen im Ministerium von ihrem Amt zurückgetreten war.
Schäffers Ernennung ist der vorläufige Höhepunkt einer rasanten politischen Karriere, die begann, als sie mit nur 24 Jahren als jüngstes Mitglied in den Landtag einzog.
Geboren am 22. November 1986 in Frankfurt am Main, studierte Schäffer von 2007 bis 2010 Geschichte und Jüdische Studien an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ihr politisches Engagement begann früh: Schon als Teenager trat sie den Grünen bei und wurde mit 19 Jahren Vorstandsmitglied der Grünen Jugend in Nordrhein-Westfalen.
Im Mai 2010 zog sie als Direktkandidatin für den Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis II in den Landtag ein. In den folgenden Jahren fungierte sie als eine von zwei Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen und spielte eine zentrale Rolle für den Erfolg der Landesregierungskoalition. Kollegen bescheinigen ihr dabei starke Führungsqualitäten und einen klaren moralischen Kompass.
Schäffer setzt sich seit Langem für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, gegen Diskriminierung und für Frauenrechte ein. Als Mutter von zwei Kindern macht sie sich persönlich für eine familienfreundlichere Politik stark. Einer ihrer bemerkenswerten Erfolge war die Einrichtung eines "Kinderzimmers" im Landtag, um Abgeordneten mit kleinen Kindern die Arbeit zu erleichtern.
Stellvertretende Ministerpräsidentin Mona Neubaur lobte Schäffers Erfahrung und Führungsstärke und bezeichnete sie als prägende Gestalt in der Regierung. Ihr Aufstieg von der studentischen Aktivistin zur Ministerin spiegelt nicht nur ihr politisches Geschick wider, sondern auch den wachsenden Einfluss der Grünen in der Region.
Schäffer übernimmt nun die Leitung eines Ministeriums, das in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland für zentrale Sozialpolitiken verantwortlich ist. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Förderung von Gleichstellung, die Unterstützung von Familien und die Verbesserung von Integrationsangeboten. Die Übergabe erfolgt nach einer kurzen Phase der Unsicherheit durch den Rücktritt ihrer Vorgängerin – die Erwartungen an ihre Amtsführung sind hoch.
