Verurteilter Sexualstraftäter entkam aus forensischer Psychiatrie in Münster
Nico MeyerVerurteilter Sexualstraftäter entkam aus forensischer Psychiatrie in Münster
Ein verurteilter Sexualstraftäter entkam im September 2022 aus einer geschlossenen forensischen Psychiatrie in Münster-Amelsbüren. Die Nachricht über den Vorfall wurde erst jetzt – fast sechs Monate später – öffentlich bekannt. Der 33-jährige iranische Staatsbürger befand sich seit Anfang 2020 in der forensischen Abteilung der Klinik.
Der Mann verbüßte seine Strafe in der hochgesicherten forensischen Station der Einrichtung, als er nach einem genehmigten Ausgang nicht zurückkehrte. Die Behörden gehen davon aus, dass er das Land inzwischen verlassen hat. Die Münsteraner Polizei leitete unmittelbar nach seinem Verschwinden Ermittlungen ein.
Der Betreiber der Klinik, die Alexianer GmbH, lehnte eine Stellungnahme zum Fall ab. Auch die Staatsanwaltschaft hielt zentrale Details zurück und berief sich dabei auf die verminderte Schuldfähigkeit des Täters. Akten zufolge war er bereits seit etwa einem Jahrzehnt in der forensischen Abteilung untergebracht, bevor er im Februar 2020 einen ersten Fluchtversuch unternahm.
Die lokale Bürgerinitiative "AlexianerForensik – SICHERHEIT VOR Therapie" sieht in dem Vorfall eine Bestätigung ihrer Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen der Einrichtung. Die Gruppe argumentiert, dass der Schutz der Öffentlichkeit Vorrang vor therapeutischen Maßnahmen haben müsse.
Die Flucht wird weiterhin untersucht, doch es gab bisher kaum öffentliche Updates. Die Behörden haben nicht bestätigt, ob der Gesuchte bereits ausfindig gemacht wurde. Die verzögerte Bekanntgabe des Falls wirft Fragen zur Transparenz in der forensischen Psychiatrie auf.
