Warum Männer die lebensrettende Prostatakrebs-Früherkennung oft verpassen
Tim BöhmWann Sie dringend einen Urologen aufsuchen sollten - Warum Männer die lebensrettende Prostatakrebs-Früherkennung oft verpassen
Früherkennung bleibt eine der wirksamsten Waffen gegen urologische Krebserkrankungen bei Männern. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können Tumore aufdecken, noch bevor Symptome auftreten – und den Patienten so bessere Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Doch trotz dieser Bedeutung nehmen nur wenige Männer tatsächlich an routinemäßigen urologischen Screenings teil.
Prostatakrebs ist die häufigste urologische Krebserkrankung bei Männern: Allein in Deutschland wurden 2023 rund 79.600 Neuerkrankungen diagnostiziert. Um ihn früh zu erkennen, empfehlen Experten mittlerweile den PSA-Test (Prostataspezifisches Antigen) als Hauptmethode der Früherkennung. Eine einzelne Untersuchung reicht jedoch nicht aus – Ärzte benötigen frühere Werte, um Veränderungen über die Zeit zu verfolgen.
Männern wird geraten, ihren ersten PSA-Test mit Mitte 40 durchführen zu lassen. Dies schafft einen Referenzwert, um das spätere Risiko besser einschätzen zu können. Liegt der Wert bei 1,5 oder darunter, kann die nächste Untersuchung fünf Jahre warten. Bei Werten zwischen 1,5 und 3 sind Kontrollen alle zwei Jahre sinnvoll, während Werte über 3 oder ein plötzlicher Anstieg auf Krebs hindeuten können.
Trotz dieser klaren Empfehlungen meiden viele Männer die Vorsorge. Manche schrecken vor der Vorstellung einer digitalen rektalen Untersuchung zurück – dabei reduziert der PSA-Test genau diese Notwendigkeit. Andere verzichten schlicht auf regelmäßige Besuche beim Urologen: Nur etwa 17 Prozent der Männer gehen laut Deutscher Krebshilfe konsequent zur Vorsorge. Die Zurückhaltung beschränkt sich dabei nicht auf Prostatakrebs – auch Tumore in Hoden, Blase oder Nieren können sich lange unbemerkt entwickeln.
Aktuelle Daten dazu, wie viele Männer in Deutschland 2023 tatsächlich einen PSA-Test machen ließen, liegen nicht vor. Ebensowenig gibt es eine Aufschlüsselung nach Regionen oder Altersgruppen – was es schwierig macht, Gebiete mit besonders niedrigen Screening-Quoten zu identifizieren.
Frühe urologische Vorsorgeuntersuchungen retten Leben, indem sie versteckte Krebserkrankungen aufdecken. Mit dem PSA-Test als bevorzugter Methode können Männer ihr Risiko heute ohne invasive Eingriffe im Blick behalten. Doch die geringe Teilnahmequote zeigt: Viele verzichten noch immer auf potenziell lebensrettende Früherkennungsmaßnahmen.
