Verband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - Wasserkraft in NRW: Warum der Ausbau seit zwei Jahren stockt
Wasserkraftausbau in Nordrhein-Westfalen seit zwei Jahren zum Erliegen gekommen
Laut einem neuen Bericht ist der Ausbau der Wasserkraft in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zwei Jahren praktisch zum Stillstand gekommen. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) wirft Naturschutzverbänden und Behörden vor, Projekte zu blockieren – trotz der möglichen ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile.
Der LEE-NRW-Vorsitzende Hans-Josef Vogel warnte, dass die aktuelle Blockade den Energie- und Klimazielen des Landes widerspreche. Zudem bezeichnete er die Situation als wirtschaftlich nicht tragbar: 2025 sei in NRW kein einziges neues konventionelles Wasserkraftwerk entstanden – mit Ausnahme eines einzigen 26-Kilowatt-Wasserrads in Düren.
Bundesweiter Vergleich: NRW hinkt hinterher Deutschlandweit gingen zwischen 2021 und 2025 rund 250 Mini-Wasserkraftanlagen (bis 1 Megawatt Leistung) ans Netz. Der Großteil entstand in Baden-Württemberg und Bayern, die zusammen über 60 Prozent der Neuanlagen stellten. NRW hingegen verzeichnete kaum Fortschritte, obwohl das Land bereits über 517 Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von knapp 191 Megawatt verfügt.
Bürokratie und Planungsunsicherheit bremsen Projekte aus Potenzielle Standorte an Flüssen wie Lippe, Rur und Werre bleiben ungenutzt, da Genehmigungsverfahren oft jahrelang dauern. Zudem sieht der Entwurf der Landeswasserstrategie vor, Querbauwerke zurückzubauen – was die Möglichkeiten für künftige Wasserkraftprojekte weiter einschränken könnte.
Die ausbleibende Entwicklung in NRW wirft Fragen zur Erfüllung der Erneuerbare-Energien-Ziele auf. Bei stagnierender Kapazität und anhaltenden Genehmigungshürden droht das Land, seine Klimavorgaben zu verfehlen. Die Herausforderung liegt nun darin, Naturschutzbelange mit dem notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien in Einklang zu bringen.
