12 February 2026, 02:31

Wasserstoff-Ausbau in Deutschland bremst aus – Gasabhängigkeit wächst weiter

Eine Säulendiagramm, das den Stromertrag der Bundesländer nach Brennstoffquellen im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen liefert.

Wasserstoff-Ausbau in Deutschland bremst aus – Gasabhängigkeit wächst weiter

Deutschlands Wasserstoff-Zukunft stockt – Gasabhängigkeit steigt

Deutschlands Bestrebungen, eine wasserstoffbasierte Zukunft aufzubauen, haben laut dem aktuellen Gasbilanz-2025-Bericht einen schweren Rückschlag erlitten. Die auf der Energiefachmesse E-world energy & water in Essen vorgestellte Studie zeigt eine deutliche Verlangsamung beim Ausbau der Wasserstoffwirtschaft: Viele Projekte wurden verschoben oder ganz gestrichen. Gleichzeitig ist die Abhängigkeit des Landes von Erdgas gewachsen – mit Sorgen um die Versorgungssicherheit und die Klimabilanz.

Der Bericht verweist auf einen drastischen Rückgang der geplanten Elektrolysekapazitäten für grünen Wasserstoff. Noch 2024 hatte Deutschland sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 eine Kapazität von 140 Gigawatt (GW) aufzubauen – doch diese Prognose wurde nun auf nur noch 84 GW herabgestuft, ein Minus von 40 Prozent. Von den ursprünglich für 2030 avisierten 11 GW sind lediglich 7,2 GW noch sicher im Plan. Als Gründe für die Verzögerungen werden hohe Strompreise, der zögerliche Netzausbau und unklare regulatorische Rahmenbedingungen genannt.

Trotz dieser Hindernisse gab es Fortschritte bei der Infrastruktur: 2025 wurden rund 525 Kilometer Wasserstoff-Pipelines fertiggestellt, die das Rückgrat des neuen deutschen Wasserstoffnetzes bilden. Doch auch die Investitionen in Biomethan – einen zweiten erneuerbaren Gasersatz – stocken wegen regulatorischer Unsicherheiten, obwohl im vergangenen Jahr immerhin 11,5 Terawattstunden (TWh) in das Netz eingespeist wurden.

Die deutsche Energiewende gerät zusätzlich unter Druck, weil der Gasverbrauch steigt. 2025 erhöhte sich die Nachfrage um 3 Prozent auf 835 TWh; der Anteil von Erdgas am Primärenergieverbrauch kletterte damit von 25,9 auf 26,9 Prozent. Besonders abhängig von fossilen Brennstoffen bleibt die Stromerzeugung: In einer wochenlangen Phase mit geringem Ökostrom-Angebot Anfang 2025 deckten Gas- und Kohlekraftwerke gemeinsam 72 Prozent des Bedarfs. Die deutsche Stromproduktion bleibt damit kohlenstoffintensiv – im Schnitt wurden 344 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde ausgestoßen.

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Da Deutschland schrittweise aus der Kohle aussteigt, fallen in den kommenden Jahren über 30 GW gesicherter Leistung weg. Experten warnen, dass flexible neue Kraftwerke dringend benötigt werden, um die Netzstabilität zu gewährleisten, während erneuerbare Energien schwanken.

Die Gasbilanz 2025 unterstreicht die Herausforderungen, vor denen die deutsche Energiewende steht: Der Wasserstoffausbau kommt nur schleppend voran, während die Gasnachfrage weiter wächst. Ohne klarere Vorgaben und stärkere Investitionsanreize droht das Land, seine Klimaziele zu verfehlen – und gleichzeitig mit der Sicherung einer stabilen Stromversorgung zu kämpfen.