Zoll zerschlägt illegale Tabakfabrik in NRW – Millionenverluste für den Fiskus
Johanna AlbrechtZoll deckt illegalen Tabak- und Zigarettenherstellung auf - Zoll zerschlägt illegale Tabakfabrik in NRW – Millionenverluste für den Fiskus
Zollbeamte in Nordrhein-Westfalen haben einen großangelegten illegalen Betrieb zur Herstellung von Shisha-Tabak, Zigaretten und gefälschten Medikamenten zerschlagen. Ein 45-jähriger Mann aus Coesfeld wurde festgenommen, nachdem die Behörde eine nicht genehmigte Produktionsstätte entdeckt hatte, die tausende Zigaretten pro Stunde herstellen konnte. Bei der Razzia beschlagnahmten die Ermittler zudem illegale Drogen, unversteuerten Tabak sowie gefälschte Arzneimittel im Wert von zehntausenden Euro – ein erheblicher Steuerausfall für den Fiskus.
Die Ermittlungen begannen, als Beamte verdächtige Aktivitäten in einem Gebäude in Coesfeld zurückverfolgten. Dort stießen sie auf eine voll funktionsfähige Produktionsanlage für Shisha-Tabak und Zigaretten. Die Anlage war in der Lage, bis zu 5.600 Zigaretten pro Stunde herzustellen. Vor Ort wurden zudem über 130 Kilogramm gefälschter Wasserpfeifentabak, 15 Kilogramm Feinschnittabak und nahezu 70 Kilogramm Rauchtabak sichergestellt. Der geschätzte Steuerausfall allein durch diese Waren beläuft sich auf fast 55.000 Euro.
Weitere Durchsuchungen im Wohnhaus und in der Garage des Beschuldigten förderten zusätzliche 31.000 unversteuerte Zigaretten, fast 4.000 illegale E-Zigaretten und 40 Kilogramm Rauchtabak zutage. Die Beamten beschlagnahmten zudem 3 Kilogramm Captagon, 350 Gramm Marihuana und über 350 Einheiten gefälschter Potenzmittel. Ein 27-jähriger Komplize wurde in Zusammenhang mit der Operation ermittelt; in seiner Wohnung fanden sich Kokain, weitere gefälschte Medikamente und ein verbotenes Messer. Der 45-Jährige bleibt wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Betrug in Untersuchungshaft. Ob die Produktion mit größeren kriminellen Netzwerken verknüpft ist oder mit weiteren Festnahmen zu rechnen ist, konnten die Behörden bisher nicht bestätigen.
Die Razzia hat ein bedeutendes illegales Produktionsnetzwerk lahmgelegt und große Mengen unversteuerter Waren sowie Betäubungsmittel sichergestellt. Mit dem Hauptverdächtigen in Haft und den beschlagnahmten Beweismitteln werden die Ermittler nun das volle Ausmaß der Operation und mögliche weitere Beteiligte klären. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen, Steuerbetrug sowie den illegalen Handel mit Tabakwaren und Arzneimitteln in der Region zu bekämpfen.
