Zwei Berliner Fotoausstellungen zeigen gegensätzliche Blicke auf die Kunst der Fotografie
Johanna AlbrechtZwei Berliner Fotoausstellungen zeigen gegensätzliche Blicke auf die Kunst der Fotografie
In Berlin laufen derzeit zwei Fotoausstellungen, die jeweils einen ganz eigenen Blick auf das visuelle Erzählhandwerk bieten. In der Galerie Crone zeigt die posthum zusammengestellte Ausstellung 'Unseen' Werke von Daniel Josefsohn, einem gefeierten Fotografen, der für seinen ungekünstelten Stil bekannt war. Parallel präsentiert die Galerie ep.contemporary 'Show Your Darling V', eine Gruppenausstellung mit 38 Fotograf:innen unter dem Motto 'Alle Fehler korrigiert!'.
Daniel Josefsohn (1961–2016) zählt noch immer zu den prägendsten Fotografen seiner Generation. Seine in 'Unseen' gezeigten Arbeiten halten die ungefilterte Energie der Jugend fest – Protagonist:innen, die unbefangen und ohne Scheu vor der Kamera leben. Die von Ingo Taubhorn kuratierte Schau umfasst 81 Aufnahmen, darunter zwei Selbstporträts, die Josefsohns Lebensfreude widerspiegeln. Seine Fotografien, oft in Magazinen wie 'Tempo', 'Jetzt' und 'Zeit Magazin' veröffentlicht, standen für einen Stil, der sich durch Spontanität und Authentizität auszeichnete.
Beide Ausstellungen bieten einen Querschnitt fotografischen Schaffens – die eine ehrt einen verstorbenen Meister, die andere präsentiert ein lebendiges Kollektiv. Während Josefsohns Erbe in seinen ungestellten, lebensbejahenden Bildern weiterlebt, lädt 'Show Your Darling V' dazu ein, neue fotografische Stimmen zu entdecken. Kataloge und Galeriebesuche vertiefen die Auseinandersetzung mit den ausgestellten Werken.
