Kölner Initiative fordert Sicherheit durch Gemeinschaft statt Überwachungskameras

Johanna Albrecht
Johanna Albrecht
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Eine Gruppe maskierter Menschen marschiert mit einem Banner die Straße entlang, mit einem geparkten Auto auf der linken Seite, Gebäuden, Bäumen, Schildern, Polen und einem Uhrenturm im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.Johanna Albrecht

Kölner Initiative fordert Sicherheit durch Gemeinschaft statt Überwachungskameras

Eine neue Kampagne in Köln stellt sich gegen die ständige Fokussierung der Stadt auf Polizeipräsenz und Überwachung

Die Initiative "Sicherheit für Alle" argumentiert, dass echte Sicherheit nicht durch Kameras und Razzien, sondern durch gemeinschaftliche Unterstützung entsteht. Damit stellt sie den "Masterplan Kommunale Sicherheit" infrage, der nach Ansicht von Kritikern vor allem migrantisch geprägte und Arbeiterquartiere unfair ins Visier nimmt.

Im Rahmen des Kölner Sicherheitskonzepts wurde die Überwachung bereits ausgebaut – mindestens 106 Kameras sind bereits installiert. Aktivist:innen warnen, dass weitere hinzukommen könnten, darunter Gesichtserkennung per KI und die Datenerfassungssoftware "Gotham" des Unternehmens Palantir. Diese Instrumente trügen jedoch kaum zur Gewaltprävention bei, wie der Anschlag von Hanau 2020 zeige: Damals blieben Notrufe trotz bestehender Überwachung unbeantwortet.

Die Kampagne macht darauf aufmerksam, dass der Plan Migrant:innen und Obdachlose pauschal als Bedrohung stigmatisiere. Gleichzeitig häufen sich Razzien in von Migrant:innen geführten Betrieben, was das Misstrauen in den betroffenen Vierteln weiter vertieft. Stattdessen schlagen die Initiator:innen einen anderen Ansatz vor: Sicherheit durch Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Zugang zu Nahrung für alle – unabhängig vom Aufenthaltsstatus.

Lokale Projekte wie "Kalk Solidarisch" oder das Nachbarschaftszentrum "Toni" zeigen, wie gemeinschaftlicher Zusammenhalt die Sicherheit stärkt. Hier arbeiten Anwohner:innen gemeinsam an Lösungen, statt sich auf die Polizei zu verlassen. Die Kampagne betont: Vertrauen – nicht Überwachung – schaffe nachhaltige Sicherheit.

Die "Sicherheit für Alle"-Bewegung stellt zur Debatte, ob soziale Unterstützung repressive Polizeimaßnahmen ersetzen kann. Sie hinterfragt den Einsatz von Kameras und Datenerfassung, deren Wirksamkeit bisher nicht belegt ist. Die Diskussion um die Kölner Sicherheitsstrategie dauert derweil an – mit der Forderung von Aktivist:innen nach mehr gemeinwesenorientierten Lösungen.

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